Münchner Stadtrat verschiebt Wahl des neuen Gesundheits- und Umweltreferenten

Aufgrund von offenen Fragen zu den persönlichen Positionen von Markus Hollemann, die über die heutige Medienberichterstattungen aufgekommen sind, hat der Münchner Stadtrat die Vertagung der Wahl des neuen Gesundheits- und Umweltreferenten einstimmig beschlossen. Nach einem langen Gespräch sind Bürgermeister Josef Schmid und Markus Hollemann einvernehmlich zu der Ansicht gelangt, dass Hollemann seine Kandidatur zurück zieht.

Hollemann wurde unter anderem seine Mitgliedschaft in der „Aktion Lebensrecht für Alle e.V.“ (ALFA) vorgeworfen sowie seine Unterstützung der CSI Deutschland, wie er auf seiner Homepage ausführte. In einer persönlichen Erklärung distanzierte sich Hollemann heute Mittag eindeutig von allen radikalen Aktionen, rechtem und religionsfeindlichem Gedankengut. Er stellte klar, dass er kein radikaler Abtreibungsgegner sei, sondern zu einer Schwangerschaftsberatung stehe, die Frauen in Notlagen beistehe und ergebnisoffen berate. Seine Mitgliedschaft bei ALFA hat er kritisch hinterfragt und eingestanden, sich der teilweise radikalen Aktionen und Positionen nicht bewusst gewesen zu sein. Er zieht Konsequenzen und tritt aus dem Verein aus.

Pressekonferenz am 28.1.2015Bürgermeister Josef Schmid zum Zurückziehen der Kandidatur von Markus Hollemann: „Ich bedaure die Entwicklung der letzten Tage sehr. Markus Hollemann hat sich in einer persönlichen Erklärung eindeutig von radikalen Abtreibungsgegnern und undemokratischem Gedankengut jeglicher Art distanziert. Es gibt für mich überhaupt keinen Anlass, an dieser Erklärung und der persönlichen Integrität von Markus Hollemann zu zweifeln. 

Ein Aufrechterhalten der Kandidatur hätte aber angesichts der Diskussionen der letzten zwei Tage die Stadtgesellschaft gespalten. Das ist das letzte, was ich will. Ich wollte im Gegenteil mit diesem personellen Vorschlag Ökonomie und Ökologie miteinander versöhnen und ideologische Gräben schließen. Ich bin deshalb heute mit Herrn Hollemann in einem persönlichen Gespräch übereingekommen, dass er seine Kandidatur zurückzieht. 

Ich bedaure diese Entwicklung aus fachlichen Gründen, da ich immer noch glaube, dass Herr Hollemann der Stadt gerade im Umweltbereich wichtige Impulse hätte geben können. Ich bedauere sie aber auch persönlich, da die Situation für Markus Hollemann jetzt alles andere als einfach ist. Ich empfinde manche Angriffe gegen ihn – vor allem in den sozialen Netzwerken – als unfair, über die Maßen aggressiv und intolerant. Ich appelliere an alle Beteiligten, nicht über das Ziel hinauszuschießen und zu beachten, dass es bei alledem auch um die Biographie eines Menschen geht. Ich wünsche Markus Hollemann von Herzen alles Gute.“ 

Stadtrat Hans Podiuk, Vorsitzender der CSU Fraktion: „Aufgrund der Berichterstattung und der offenen Fragen haben wir heute der Verschiebung der Wahl selbstverständlich zugestimmt. Es ist unser Bestreben, einen fachlich überzeugenden und in der breiten Stadtgesellschaft akzeptierten Kandidaten für den Referentenposten vorzuschlagen. Der Rücktritt heute Mittag von der Kandidatur war letztendlich ein bedauerlicher, aber konsequenter Schritt. Nach der heutigen Lage zeigte sich, dass Hollemann nur noch politisch an-geschlagen in das Amt hätte starten können. Die CSU Fraktion wird sich jetzt in Ruhe beraten, mit welcher Kandidatin bzw. welchem Kandidaten sie ihr Vorschlagsrecht ausüben wird.“

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