Ausnahmen für die bestehende Höchstarbeitszeit von Bedienungen auf Volksfesten

Die Dokumentationspflichten aufgrund des gesetzlichen Mindestlohns schlagen derzeit in ganz Deutschland hohe Wellen. Während allenthalben Arbeitgeber über die unverhältnismäßigen Dokumentationspflichten klagen, stellen sich die CSU Stadträte Manuel Pretzl und Georg Schlagbauer auf die Seite der Bedienungen auf Volksfesten. Mit einem Antrag fordern sie den Oberbürgermeister dazu auf, über den Deutschen Städtetag eine Regelung herbei zu führen, die Ausnahmen für die Höchstarbeitszeiten für Bedienungen auf Volksfesten vorsieht. Denn in der Praxis arbeiten Bedienungen länger als die täglich zugelassenen 10 Stunden bzw. ohne den Ausgleich für Sonn- und Feiertage innerhalb von 14 Tagen, so wie ihn das Bundesarbeitszeitgesetz vorsieht. Und mit den Aufzeichnungspflichten im Zuge des Mindestlohngesetzes würde dies nun auch noch dokumentiert werden.

Georg SchlagbauerWiesn-Stadtrat Georg Schlagbauer erläutert: „Die meisten Bedienungen auf dem Oktoberfest arbeiten sechzehn Tage am Stück von der Öffnung der Zelte bis Betriebsschluss. Damit überschreiten sie die gesetzliche Höchstarbeitszeit deutlich. Allerdings machen die Bedienungen dies freiwillig, da sie in den sechzehn Tagen Oktoberfest ein gutes Einkommen erzielen können. Eine Aufteilung der Tagesarbeitszeit auf mehrere Bedienungen macht aufgrund der Besonderheiten eines Volksfestes keinen Sinn, da für die umsatzschwachen Zeiten tagsüber unter der Woche kaum Personal gefunden werden könnte. Dies ist nur möglich, da die Bedienungen dies bisher durch den starken Umsatz am Abend ausgleichen können. Die Bedienungen verdienen über dem Mindestlohn, da kann es nicht sein, dass realitätsferne Regelungen in das bewährte und freiwillige Arbeitsmodell von Bedienungen auf Volksfesten eingreifen!“

Manuel Pretzl„Viele Besucher kennen und schätzen ‚ihre‘ Bedienung seit vielen Jahren und viele gehen gezielt zu ‚ihrer‘ Bedienung. Aber auch für die Bedienungen sind die sechzehn Tage Oktoberfest oft über Jahrzehnte fester Bestandteil ihres Lebens und vielmals wird diese Tätigkeit sogar innerhalb der Familie weitergegeben. Es ist nicht einzusehen, dass diese Tradition, die von allen gewünscht wird und niemanden schadet, durch bürokratischen Unfug zerstört wird. Und dies gilt nicht nur für das Oktoberfest, sondern auch für viele andere Volksfeste in München und Bayern. Wir wollen diese Tradition erhalten. Die gesetzlichen Regelungen dürfen nicht blind für die Realität sein, sie müssen Ausnahmen vorsehen, wenn die Betroffenen freiwillig für einen gewissen Zeitraum mehr arbeiten wollen. Dies gilt für die Bedienungen, aber auch für die Mitarbeiter der Schausteller“, ergänzt Stadtrat Manuel Pretzl, wirtschaftspolitischer Sprecher der CSU Stadtratsfraktion.

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