Freiham Nord: Zustimmung zum Bebauungsplan trotz problematischer Verkehrserschließung

Im Münchner Westen entsteht bekanntlich ein neues Stadtviertel: Freiham. Ungefähr 20.000 Einwohner werden in nicht allzu langer Zeit dort hinziehen. Die Fläche hat die Dimensionen einer Kleinstadt. Mehr Wohnraum wird in München dringend gebraucht, aber wie steht es mit der Verkehrsanbindung dieses Gebietes? Darüber denkt die CSU Fraktion seit geraumer Zeit nach. Im April setzte sich die CSU mit zwei wegweisenden Verkehrsforderungen durch. Die Verwaltung vergleicht deshalb die verschiedenen Trassenvarianten von U-Bahn und Trambahn sowie die Chancen des Ausbaus der A 99. Heute diskutierte und beschloss der Ausschuss für Stadtplanung und Bauordnung einstimmig den Bebauungsplan für Freiham Nord.

Josef Schmid
Bürgermeister Josef Schmid

Auch Bürgermeister Josef Schmid ist sehr involviert bei diesem Großprojekt: „Im neuen Stadtviertel Freiham entsteht dringend benötigter Wohnraum, insbesondere für Familien. Eines ist mir dabei ganz wichtig: Zum guten Leben gehört eine gute Infrastruktur. Vor allem ein leistungsfähiger und attraktiver ÖPNV ist Grundvoraussetzung für eine optimale Erschließung. Deshalb steht die Weiterführung der U-Bahn nach Freiham ganz oben auf unserer Agenda.“

Walter Zöller
Stadtrat Walter Zöller

„Heute schaffen wir erstes Baurecht für Freiham und die ersten Wohngebäude werden Ende 2017 stehen. Wir sind erleichtert, dass das derzeit größte Bauprojekt in Europa nach langer Planungszeit weiter voran getrieben wird. Ich erwarte mir eine Erleichterung für den überlasteten Münchner Wohnungsmarkt und bezahlbaren Wohnraum für Familien.“so Stadtrat Walter Zöller.

 

 

Johann Sauerer
Stadtrat Johann Sauerer

Stadtrat Johann Sauerer, Mitglied im Ausschuss für Stadtplanung und Bauordnung sowie Freiham-Experte, beobachtet die Situation nach wie vor kritisch. „Ich stimme dem Bebauungsplan zu und involviere mich weiter aktiv und kritisch bei den Planungen. Bei der Verkehrsplanung habe ich aber nach wie vor große Bauchschmerzen. Denn: Die Verkehrsproblematiken sind weiterhin ungelöst. Zwar hat sich die CSU mit der Prüfung der ÖPVN-Varianten und einer besseren Autobahnanbindung durchgesetzt. Das war nach der jahrelangen Ignoranz bitter notwendig und hätte schon vor zehn Jahren beim Planungsbeginn passieren müssen. Aber die Prüfung läuft und noch liegen seitens der Verwaltung keine Ergebnisse zur Verkehrssituation vor. Das Fazit der vergleichenden Darstellung U-Bahn/Trambahn kommt wohl erst Anfang 2016. Die Taktverdichtung der S-Bahn hängt am Bau der zweiten Stammstrecke und der Ausweitung der Überführung an der Bodenseestraße ab. Für beides gibt es keinen Zeithorizont. Auch bei der A 99 zeichnet sich keine schnelle Lösung ab, da die Verbreiterung von Allacher und Aubinger Tunnel von der Bundesebene und der Auflistung im Bundesverkehrswegeplan abhängt. Deshalb fordern wir den Freistaat und den Bund auf, uns bei der Erschließung rasch zur Seite zu stehen.“

Die CSU ist weiterhin die wichtigste Triebkraft im Bereich Verkehr und konnte sich bereits beim Bauprojekt Freiham hinsichtlich der Verkehrsbelastung des umliegenden Viertels durchsetzen. Der Durchstich von der neuen Ausfahrt der A 99 „Freiham-Mitte“ in die Wiesentfelser Straße ist im neuen Bebauungsplan nicht mehr möglich.

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