Anfrage: Hauberrisser Mobiliar aus dem Rathaus – Wird Münchens Kulturerbe verschleudert?

Hauberrisser Mobiliar aus dem Rathaus – Wird Münchens Kulturerbe verschleudert?
Hauberrisser Mobiliar aus dem Rathaus – Wird Münchens Kulturerbe verschleudert?

Hauberrisser Mobiliar aus dem Rathaus – Wird Münchens Kulturerbe verschleudert?

In der letzten Zeit sind speziell in Münchens Kunsthandel wieder Möbelstücke aus dem Fundus der Stadt aufgetaucht, die als Originalteile noch aus der Erstausstattung des „Neuen“ Rathauses stammen und von dem Architekten des neugotischen Baues, Georg von Hauberrisser entworfen und von Münchner Möbelschreinern seinerzeit gebaut wurden.

Nun sollte man meinen, dass das Rathaus ein denkmalgeschütztes Ensemble darstellt, auch die originale Innenausstattung, soweit noch vorhanden, zu diesem Bau dazugehört und von der Stadt, wie ein Augapfel gehütet wird. Dem scheint aber nicht so zu sein, offenbar gibt es einen stetigen Abfluss von Inventarteilen aus beiden Bauphasen des Neuen Rathauses. Insbesondere in der Ära Ude, sollen dem Vernehmen nach die meisten Stücke nach dem Krieg, aus dem Rathaus fortgeschafft worden sein.

Diese wertvollen Möbel der Erstausstattung stellen einen unwiederbringbaren kulturhistorischen Schatz dar, den es auf alle Fälle zu bewahren gilt. Es ist höchste Zeit, nicht nur die Säle und ein paar Einzelzimmer mit Hauberrisser-Ausstattung zu bewahren, sondern auch die Einzelmöbel, Beschläge usw., die es noch im gesamten Rathaus verstreut zu finden gibt.

Ich frage deshalb den Oberbürgermeister:

  1. Wie viele Möbelstücke und Ausstattungsgegenstände aus dem Erstausstattungsbestand des Neuen Rathauses, die von Georg von Hauberrisser entworfen wurden, gibt es noch im Rathaus, bzw. im Besitz der Stadt?
  2. Sind diese Möbelstücke und Ausstattungsgegenstände inventarisiert?
  3. Wenn ja, seit wann?
  4. Wenn nein, warum nicht?
  5. Ist der Stadt, bzw. den zuständigen Stellen, der kunsthistorische Wert dieser Möbel bekannt und bewusst?
  6. Gehören diese Originalmöbel zum geschützten Ensemble des Rathauses?
  7. Wenn nein, warum nicht?
  8. Wenn ja, wieso können dann Teile der vorhandenen Möbel bis in die jüngste Zeit hinein im Kunsthandel auftauchen, die vorher noch nie im Handel gesehen wurden?
  9. Gibt es eine Bestands-, bzw. Veräußerungsliste, auf der auch die Verkäufe dieser Möbel verzeichnet sind?
  10. Wenn ja, lässt sich dabei auch feststellen, wann die Möbel von der Stadt verkauft wurden und wer den Auftrag dazu gegeben hat?
  11. Welche Preise wurden für diese Möbel erzielt, von den Kulturhistoriker sagen, sie seien durchaus ausgesprochen wertvoll?
  12. Wenn nein, warum werden solche Listen nicht geführt?
  13. Falls solche Listen vorhanden sind, lassen sich daraus auch die Schlüsse ziehen, die im Kunsthandel kolportiert werden, dass der große „Ausverkauf“ der Hauberrissermöbel nach dem Krieg erst so richtig in der Ära des Alt-OB-Ude eingesetzt hat?
  14. Kann der Stadtrat davon ausgehen, dass unter der Führung von OB-Reiter das kunsthistorischer Erbe dieser Stadt, darunter auch die Möbel und Ausstattungsgegenstände von Georg von Hauberrisser nicht weiter an den Kunsthandel und interessierte Privatleute verschleudert wird oder geht der Ausverkauf historischer Stücke unvermindert weiter?

Richard Quaas, Stadtrat

Marian Offman, Stadtrat

Richard Quaas
Richard Quaas
Marian Offman
Marian Offman

 

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