Anfrage: Mitten in der Stadt vergammelt ein öffentliches Gebäude – jetzt soll es Party-Zone werden – was wird aus dem Kongresssaal des Deutschen Museums?

Mitten in der Stadt vergammelt ein öffentliches Gebäude – jetzt soll es Party-Zone werden - was wird aus dem Kongresssaal des Deutschen Museums?
Mitten in der Stadt vergammelt ein öffentliches Gebäude – jetzt soll es
Party-Zone werden – was wird aus dem Kongresssaal des Deutschen
Museums?

 

Wer heute von der Straßenbahnhaltestelle oder von der S-Bahn zu einem der bekanntesten Technikmuseen der Welt, dem Deutschen Museum auf der Kohleninsel in der Isar geht, findet quasi, als Entree, ein zunehmend vergammeltes Gebäude am Anfang des Museums-Komplexes vor, den ehemals berühmten

Kongresssaal des Museums. Seit vor einigen Jahren das IMAX-Kino seine Pforten schließen musste und auch die anderen Kinos und Nutzer ausgezogen sind, ist der Kopfbau des Millerschen Museums in einen Dornröschenschlaf gefallen. Der Kongresssaal war bis zur Eröffnung des Gasteigs der Ort in München, für Konzerte, egal, ob Klassik oder Pop, fast alle Größen der Musik haben dort zur Begeisterung der damaligen Bevölkerung sich in dem prominent gelegenen Saal ein Stelldichein gegeben. Dann kam die Veräußerung an einen Investor, die Kinozeit und das Forum der Technik, deren Zeit vor ein paar Jahren zu Ende gegangen ist. Dann nach Rückkauf des Gebäudes wurden vom Museum große Pläne geschmiedet, wie im Rahmen des Neukonzeptes und des Umbaus der berühmten Sammlung, hier mit einem zentralen Eingang, etwas völlig Neues entstehen könnte. Die Idee dort den neuen Konzertsaal zu bauen, wurde von den tiftungsgremien und der Leitung des Hauses abgeschmettert, ab dann aber kam das große Schweigen und ein Nichts, bis heute! Es ist und war eine Schande, so ein wichtiges und dominantes Gebäude einfach ungenutzt in der Mitte der Stadt vor sich hin gammeln zu lassen, also wurde jetzt, wie die Medien berichten, offenbar die Idee geboren, das Kongresssaal Gebäude als Event-„Schuppen“ zu verwenden, praktisch eine Partymeile, ein Sandstrand unter Dach oder ähnlich!? Nichts gegen Jugendkultur, aber fällt uns den in dieser Stadt für so einen Saal nichts Besseres ein, als dort Partys zu feiern? Sucht nicht die Landeshauptstadt noch nach einem Ausweichquartier, für die Umbauzeit im Gasteig? Nur hundert Meter von der jetzigen Spielstätte entfernt, könnten die Münchener Philharmoniker und andere Gasteignutzer eine veritable Ausweichspielstätte bekommen, nur diese Gelegenheit wird mit einer relativ sinnentleerten „Zwischen“-Nutzung zerstört. Es ist ein Jammer, was mit einem quasi öffentlichen Gebäude in München passiert!

Ich frage deshalb den Oberbürgermeister:

  1. Ist die Stadtspitze mit dem derzeitigen verwahrlosten Zustand des Kongresssaalgebäudes des Deutschen Museums, in prominenter Lage zum Eingang der weltberühmten Techniksammlung und in Sichtweite zum prächtig renovierten Müllerschen Volksbad und dem Gasteig zufrieden?
  2. Hat die Stadt deshalb schon mit den Verantwortlichen des Deutschen Museums gesprochen, ob dieser unschöne Zustand in naher Zukunft beendet werden kann und das Gebäude einer dem Zweck entsprechenden Nutzung zugeführt wird?
  3. Wenn ja, welche Auskunft hat die Stadt von der Museumsleitung erhalten?
  4. Wenn nein, hat die Stadt kein Interesse an einem, dem Ort adäquaten Erscheinungsbild?
  5. Stimmen die Meldungen, dass das Gebäude nunmehr für „Partys“ und Events genutzt werden soll?
  6. Bedarf es für diese Nutzungen der städtischen Zustimmung und wenn ja, muss diese erteilt werden?
  7. Nachdem sich die Pläne für eine Einbeziehung dieses Gebäudedenkmals in die ersten Bauabschnitte des Museumsumbaus aus finanziellen Gründen zerschlagen haben und eine Museumsnutzung in weiter Ferne zu liegen scheint, hat die Stadt gegenüber dem Museum ihr Interesse bekundet, dort evtl. die oder eine Interimsspielstätte, während des Umbaus des Gasteig zu etablieren?
  8. Wäre es u.U. möglich, dass die Stadt das Gebäude selbst anmietet und über die Gasteig GmbH einer Nutzung zuführt?
  9. Wenn ja, welche Möglichkeiten gibt es für so eine Nutzung, bzw. eine Interimsspielstätte oder gab es solche Gespräche bislang gar nicht?
  10. Wenn nein, warum wird diese sehr naheliegende Lösung nicht verstärkt ins Auge gefasst?
  11. Hat die Stadt nicht generell ein Interesse daran, dass der denkmalgeschützte Bau überhaupt, bis das Museum tatsächlich eine Finanzierungslösung findet, der Saal und die Nebenräume wieder ihrer ursprünglichen Bestimmung nach genutzt werden?
  12. Ist der Oberbürgermeister bereit, mit den zuständigen Gremien des Deutschen Museums, über die Zukunft des Kongresssaalgebäudes persönlich zu sprechen, damit ein Schandfleck im Herzen Münchens verschwinden kann und den Bürgerinnen und Bürgern der Stadt, sowie ihren Gästen wieder ein schmucker Saal für Veranstaltungen und musikalische Darbietungen aller Art bis auf Weiteres zur Verfügung steht?

Richard Quaas, Stadtrat

Richard Quaas
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