CSU-Fraktion steht für intelligente Verkehrsplanung

Michael Kuffer
Michael Kuffer

In München ist das erst seit der Abwahl der Grünen Realität

Die Rathaus-Grünen werfen der Kooperation die Verschleppung des Radweg-Ausbaus vor. Vor allem die CSU-Fraktion wird außerdem von Bund Naturschutz, ADFC und Green City beschuldigt, systematisch Sicherheitsmaßnahmen für den Radverkehr zu blockieren. Diese Aussagen sind haltlos und die Anschuldigungen völlig aus der Luft gegriffen.

Im Juli 2015 wurde vom Stadtrat einstimmig die Erhöhung der Nahmobilitätspauschale beschlossen. Damit stehen für Ausbau und Sanierung der Radwege dauerhaft jährlich 10 Millionen Euro zur Verfügung. Fest steht: Die Rathaus-Kooperation investiert mehr in das Münchner Radverkehrsnetz, als Rot-Grün in all den Jahren zuvor. Mit zahlreichen Anträgen hat die CSU-Fraktion in der jüngsten Vergangenheit Vorschläge zur Erweiterung und Lückenschließung des Radwegenetzes gestellt. Zuletzt wurde heute der Ausbau der Süd-Nordverbindung an der Isarhangkante gefordert. Die mit zusätzlichem Personal ausgestattete Verwaltung arbeitet derzeit an einem neuen Radverkehrskonzept.

Die CSU-Fraktion möchte den qualitätsvollen und vor allem sicheren Radverkehr sinnvoll ausbauen. Stadtrat Michael Kuffer, stellvertretender Fraktionsvorsitzender und verkehrspolitischer Sprecher der CSU-Fraktion, ist deshalb irritiert über die Behauptungen der Grünen und Verbände: „Rote Markierungsstreifen auf vielbefahrenen Straßen sind ein völlig falscher bzw. veralteter Ansatz, da die Radfahrer auf solchen Wegen einfach nicht sicher unterwegs sind. Schlimmer noch, sie müssen sich als schwächere Verkehrsteilnehmer mit den Autofahrern um den vorhandenen Raum streiten und blockieren den fließenden Verkehr.“ Die Entscheidung im August 2015, beim Entfall von Fahrspuren durch die Markierung von Radfahrstreifen den Stadtrat zu befassen, ist daher nur konsequent. Nicht die Rathaus-CSU gefährdet die Radfahrer, sondern die Grünen mit ihrem angestaubten Motto „Einzig Radverkehr ist guter Verkehr“. „Die Grünen haben den Ansatz des „Shared Space“ selbst nach dem aufschlussreichen Besuch des Planungsausschusses der Radl-Musterstadt Amsterdam leider immer noch nicht verstanden. Statt alle Verkehrsteilnehmer auf die gleichen Wege zu schicken, müssen wir den Radfahrern exklusive, komfortable Verkehrsführungen anbieten. Dort haben sie Vorfahrt, dort können sie schnell von A nach B radeln. Wie eh und je missbrauchen die Grünen das Fahrrad als ideologisches Kampfmittel. Intelligente und ganzheitliche Verkehrsplanung sieht anders aus.“ so Stadtrat Michael Kuffer weiter.

26 Gedanken zu “CSU-Fraktion steht für intelligente Verkehrsplanung

  1. Not sure who wrote this trite and vacuous screed, but from the looks of it, probably someone who’s saving the environment by driving „clean diesel“

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  2. Das alte Killerargument „Radfahrer blockieren den fließenden Verkehr“ zeigt wie je zuvor die Borniertheit der CSU. Nur motorisierter Verkehr ist echter Verkehr, Radfahrer fahren bestenfalls zum Spaß.

    Liebe CSU, mehr Radverkehr sorgt auch für besser fließenden Autoverkehr. Mehr Radfahrer bedeuten weniger Autofahrer. Da ein Fahrrad beim Fahren weniger und beim Stehen drastisch weniger Platz verbraucht als ein Auto, bleibt mehr Platz für die verbliebenen Autos, weniger Staus, weniger Parkplatzmangel, weniger Gefahr durch motorisierten Verkehr. Eigentlich profitieren alle davon: Fußgänger, Radfahrer, Anwohner, Autofahrer, auch die Busse des ÖPNV stehen dann weniger im Stau und werden attraktiver. Zudem ist der Radverkehr die einzige Verkehrsart, die in München auf den Hauptverkehrsadern noch drastische Zuwächse mit überschaubarem Aufwand für die dafür nötige Infrastruktur verkraften kann, und mit der man mühelos auch mal 5 oder 10 km Luftlinie überbrücken kann.

    Zu mir: In der Vergangenheit sammelte ich Erfahrungen als Autofahrer, Radfahrer und ÖPNV-Nutzer. Mein Arbeitsweg geht seit über 3 Jahren quer durch München. Anfangs fuhr ich diesen mit S-Bahn und Fahrrad (d.h. mit dem Fahrrad zur S-Bahn um den ÖPNV-Teil ohne Umsteigen nutzen zu können), später immer häufiger komplett mit dem Fahrrad (19 km pro Strecke). Durch die Fahrzeit und die wachsende Familie und dadurch gestiegene Ansprüche an die Familienlogistik wurde ÖPNV aber immer unpraktischer. Seit letztem Jahr fahre ich daher vorwiegend mit dem Auto, und konnte in diesem Zeitraum eine stetige Zunahme des MIV beobachten. Ich fahre weiterhin ab und zu mit dem Rad zur Arbeit, auch bei dem vielen Schnee vor 2 Wochen. Ich habe kein Problem damit, bei jedem Wetter mit dem Rad zu fahren. Meine Autofahrt geht jedoch nicht durch die Stadt, sondern über den Autobahnring. Bei den wenigen Autofahrten in die Innenstadt, die ich tätige, frage ich mich jedesmal, wie die Autofahrer sich das regelmäßig antun können. Das kommt mir alles furchtbar ineffizient vor.

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    • Guten Tag Tino,

      vielen Dank für Ihren Kommentar zum Thema Ausbau des Radverkehrsnetzes.

      Im Grunde haben wir auf die pauschale Kritik der Grünen und genannten Verbände reagiert.
      Wir sehen das Fahrrad als ebenso gleichberechtigtes Fortbewegungsmittel an. Deshalb haben wir der erheblichen Aufstockung der Nahmobilitätspauschale zugestimmt und sind bereit, über intelligente Routenführungen und Maßnahmen zu diskutieren und diese auch umzusetzen. Wir sind der Auffassung, das möglichst alle Verkehrsteilnehmer gut vorankommen sollten, denn der Verkehr soll schließlich überall besser fließen. Sie haben uns geschildert, wie Sie in München voran kommen. Ihr Beispiel zeigt, dass viele Menschen nicht nur ein Verkehrsmittel benutzen und wie sich die Bedarfe im Laufe der Zeit ändern; gerade bei einer Familiengründung. Wir setzen uns aus diesem Grund für den Ausbau des Radverkehrsnetzes, des ÖPNV-Netzes und des Straßenverkehrs ein. Hinzu kommen noch die Carsharing-Angebote, Mieträder und E-Mobilitäts-Angebote. Auch diese Mobiliätsalternativen bringen wir weiter voran.
      Wir halten es daher für zur kurz gegriffen und falsch, uns vorzuwerfen, wir wären eine reine Autofahrerpartei. Den von Ihnen geschilderten Vorteilen des Radverkehrs können wir uns insofern anschließen.

      Mit freundlichen Grüßen

      Ihre CSU-Fraktion

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      • Vielen Dank für die schnelle Antwort.

        Ich bekomme oft mit, wie sich die CSU seit jeher dagegen wehrt, dem MIV Platz wegzunehmen, sei es zugunsten des Radverekhrs oder des ÖPNV. Das müssen nicht mal Fahrbahnen sein, schon der Wegfall von Parkplätzen wird angeprangert. Gleichzeitig wollen sie aber für den Radverkehr eigene Infrastruktur schaffen (siehe Verweis auf Amsterdam). Das geht aber in München vielerorts nur in ausreichendem Maße, wenn man dem Autoverkehr Platz wegnimmt. Die CSU versucht es dann oft noch mit dem Trick, den Radverkehr von der Hauptroute auf andere Umwege abzudrängen, wo er dem MIV nicht in die Quere kommt. Auch hier zeigt sich wieder, worauf das Hauptaugenmerk liegt: auf dem MIV. Ebenso scheint München, aus welchen Gründen auch immer, auf eine fahrradfreie Innenstadt hinzuarbeiten. Der Marienplatz soll fahrradfrei werden, die Sendlinger Straße auch, wer weiß wie das noch weitergeht. Ich halte das für eine schallende Ohrfeige für die Menschen, die clever genug sind, auf ihren täglichen Wegen mit dem Rad in die Innenstadt zu fahren.

        Ich möchte auch klarstellen, dass ich nicht das Bedürfnis habe, mich auf den täglichen Wegen mit dem Auto fortzubewegen. Im Gegenteil. Ich halte es für dekadent und unsozial, z.B. alleine mit dem Auto zur Arbeit zu fahren. Ich habe das Bedürfnis, effizient voranzukommen. Leider ist das in München per ÖPNV oft nicht möglich und die Fahrradinfrastruktur ist sehr lückenhaft und nachteilig für Radfahrer.

        Beispiel: man kann prima mit dem Rad vom Ostende des Olympiaparks (gegenüber der Birnauer Straße) ampelfrei bis zum Nyphenburger Schloss fahren. Dort begegnet man auch vielen Radfahrern, egal bei welchem Wetter. Von dort weiter westwärts gibt es bis zum Schloss Blutenburg fast noch die üblichen schmalen, schlechten und oft zugeparkten Radwege neben breiten Fahrbahnen für den MIV mit bestem Asphalt, und man steht oft an den Ampeln. Dort bin ich dann auch meistens alleine auf dem Radweg, die Akzeptanz ist vernachlässigbar. Ich halte es daher auch für wichtig, der Diskussion über Radschnellwege schnell taten folgen zu lassen.

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      • „Wir sehen das Fahrrad als ebenso gleichberechtigtes Fortbewegungsmittel an.“

        Wer immer noch so denkt, dass Radfahrer den „fliessenden Verkehr behindern“, tut genau das nicht.

        „Track Record“ der Fahrradfreunde der CSU im letzten halben Jahr:

        Rosenheimer Straße: An dieser wirklich saugefährlichen Ecke, an der bereits Todesopfer zu beklagen waren, seit Jahren ein Herumgeeier. Erbitterter Widerstand der CSU gegen eine bereits beschlossene Lösung, die zurückgenommen wird (auch mit Hilfe der SPD).
        Am Schluß ein fauler Kompromiß, der dem KFZ-Verkehr nicht genügt, und ganz sicher nicht den Radfahrern.

        Straßenbahn Westtangente: Hier will man eine Lösung finden, die „den KFZ-Verkehr nicht negativ beeinflußt“ (Zitat Stadtrat O. Seidl, CSU)

        Georg Schlagbauer, CSU, in der Bild: Grüne Welle für Autos statt (endlich) vernünftiger und sicherer Radverkehrsführung an Hauptstrassen wie der Lindwurmstrasse, damit (wörtlich) „der Verkehr besser fließen kann“.
        Radfahrer sollen nicht an Hauptstrassen, sondern „entlang landschaftlich schöner Strecken“ radeln. Hä? Herr Schlagbauer schrieb auch schon einmal in einem Antrag „Auf keinen Fall dürfen Vorrechte für Radfahrer eingeräumt oder faktisch ermöglicht werden…“
        (8/2014)

        Altstadttraverse: Radlfurt am Marienplatz wird abgeschafft (anscheinend dadurch ausgelöst, dass der „Ludwig Beck“ das Säckel aufgemacht hat. Verkehrspolitik durch „wer zahlt, schafft an“).
        Ersatzlösung für die bis zu 15.000 Radler täglich (offizielle Zählung der Stadt): Kreuz und quer durch die Altstadt, über Kopfsteinpflaster und quer über die Maximiliansstrasse.
        Bereits weit gediehene Pläne der Vorgängerregierung, die auch andere Aspekte als die Interessen ansässiger Geschäfte berücksichtigten, zu den Akten gelegt.

        Radstreifen Nymphenburger Strasse: Diese seit Jahren überfällige Maßnahme (Expertenmeinung „..sind die Verhältnisse für den Radverkehr auf den Radwegen im Zuge der Nymphenburger Straße beengt und entsprechen nicht mehr den heutigen Planungsstandards“ – muenchen-transparent.de) ein weiteres Mal abgelehnt. Originelle Begründung: „Dann ist es nicht mehr möglich, in zweiter Reihe zu parken“ – Zitat Hr. Krimpmann, Vorsitzender BA Maxvorstadt, CSU (04/15)

        Bogenhausen: Umwandlung 1(!) Parkplatzes in 8 Radabstellplätze abgelehnt (06/15). Begründung: „Es gäbe zwar eine Tiefgarage, diese sei aber schlecht“ (X.Finkenzeller, CSU) (06/15)

        Schwabing: Umwandlung mehrerer Parkplätze in Radabstellplätze am Elisabethmarkt abgelehnt (I.Braunstorfinger, CSU) (06/15)

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  3. Jeder Tunnel kostet allein 100-300 Millionen Euro, da nehmen sich die 10 Mio Euro für den Radverkehr für GANZ München nichts, liebe CSU-Fraktion.

    Danke Tino für deinen Beitrag, der sagt eigentlich alles!

    Die Tendenz zur radlfreien Innenstadt in der Radlhauptstadt beobachte ich auch mit Sorge. Wenn es dann wenigstens etwas Vergleichbares zum Altstadtring für die Fahrradfahrer gäbe – stattdessen wird man auf gemeinsame Fuß- und Fahrradwege gebeten (z.B. Staatskanzlei-Hofgarten) oder muss über drei (!!) Ampeln beim Linksabbiegen, wo Autofahrer eigene Linksabbiegerspuren haben. (von der Maximiliansstraße den Altstadtring fahren, beim Isartor links abbiegen).

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    • Richtig. 10 Millionen EUR pro Jahr für Radverkehr sind ca. 6,70 EUR pro Jahr und Einwohner. Allein für die Förderung von E-Autos will München mehr Geld ausgeben (22 Mio EUR für die Jahre 2016 und 2017), obwohl diese nur das Abgasproblem lösen und alle weiteren Probleme des MIV damit beibehalten werden. Meine Befürchtung ist, dass letztere sogar noch zunehmen, weil die E-Autos nicht ausnahmslos als Ersatz bestehender Autos angeschafft werden, sondern auch als Ergänzung, d.h. es fahren und stehen danach noch mehr Autos herum.

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  4. @Tino:
    Danke für Ihren Diskussionsbeitrag!
    Es ist richtig, dass die CSU-Fraktion den Wegfall von Fahrspuren oder Parkplätzen kritisch bewertet. Wie bereits erklärt, macht es unserer Auffassung nach wenig Sinn, gerade auf den Hauptverkehrsrouten zusätzliche Verengungen herbeizuführen, die unserer Auffassung nach gefährlich für den Radverkehr wären. Wir konzentrieren uns nicht allein auf den MIV, wie bereits dargestellt wurde. Wir wollen die Radfahrer nicht abdrängen, sondern gemeinsam an optimaleren und verbesserten Radrouten arbeiten. Keinesfalls geht es darum die Radler aus der Innenstadt zu verbannen. Vielmehr wollen wir den verschiedenen Interessenlagen aller (auch der Fußgänger!) Rechnung tragen und lassen durch das Baureferat ein Verkehrskonzept zur Nord-Süd-Querung der Altstadt erarbeiten.
    Mehr dazu auf http://www.muenchen.de/rathaus/Stadtverwaltung/Referat-fuer-Stadtplanung-und-Bauordnung/Verkehrsplanung/Projekte/Nord-Sued-Querung.html
    Dort sehen Sie die geplante Wegeführung für Radfahrer. Diese Fahrradstraßen queren genauso die Innenstadt, nur paralell versetzt. Von einer Verdrängung kann nicht die Rede sein, im Gegenteil.

    @Thomas:
    Ebenfalls danke für Ihren Beitrag!
    Es ist nicht verwunderlich, dass ein Tunnel viel Geld kostet, schließlich handelt es sich um ein Großbauprojekt im Untergrund und an der Oberfläche, siehe die Tunnelanlagen am Mittleren Ring. 10 Millionen Euro jährlich (!) für den Radverkehr bzw. die Radwegebauoffensive ist nicht wenig Geld. So hoch war die jährliche Summe noch nie (vor 2015 nur 4,5 Mio. Euro).

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  5. Ich freue mich, dass der Finanzierung des Radverkehrs in Zukunft ein erhöhter Stellenwert eingeräumt werden soll. Insgesamt begrüße ich die bisherige Tendenz den Radverkehr verstärkt auf die Straße zu holen. Dadurch wird die Sichtbarkeit für andere Verkehrsteilnehmer und damit die Sicherheit erhöht. Ich bin auf meinem Arbeitsweg mit Fahrrad, ÖPNV oder Auto unterwegs. Die kritischen Situationen treten meiner Erfahrung meist beim Rechtsabbiegen über paralell geführte Radwege auf. Selbst wenn man als Autofahrer auf den kreuzenden Fahrradverkehr achtet (was häufig genug nicht passiert), ist die Sicht durch parkende Autos oder Bäume auf dem Grünstreifen häufig so eingeschränkt, dass man Radfahrer erst spät wahrnehmen kann. Dies gilt insbesondere, da man mit sehr unterschiedlichen Geschwindigkeiten rechnen muss.
    Daher halte ich es für den richtigen Weg den Radverkehr zurück auf die Straße zu holen. So hat man als Autofahrer diese im Blick und wird nicht durch auftauchende Pedalisten überrascht. Ob abgeteilte Radfahrstreifen (welche leider häufig zugeparkt werden) oder das Mitschwimmen am rechten Fahrbahnrand die bessere Wahl ist, muss dabei situationsgerecht entschieden werden.

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  6. Herr Kuffer, wenn sie schreiben: „Die Grünen haben den Ansatz des „Shared Space“ selbst nach dem aufschlussreichen Besuch des Planungsausschusses der Radl-Musterstadt Amsterdam leider immer noch nicht verstanden. Statt alle Verkehrsteilnehmer auf die gleichen Wege zu schicken, müssen wir den Radfahrern exklusive, komfortable Verkehrsführungen anbieten. Dort haben sie Vorfahrt, dort können sie schnell von A nach B radeln.“ zeigen Sie, dass eigentlich Sie „Shared Space“ nicht verstanden haben. Bei „Shared Space“ geht es nämlich darum, keinem Verkehrsteilnehmer etwas exklusiv anzubieten, sondern allen Verkehrsteilnehmern im Verkehrsraum (space) diesen zu „sharen“. Der Clou liegt darin, dass die Verkhrsteilnehmer eigenständig und ad hoc in der Lage sind sich gegenseitig Raum zu nehmen und zuzugestehen.

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    • Genau, bei Shared Space geht es nicht um „schnell von A nach B kommen“, für keine der beteiligten Gruppen. Shared Space ist kein Konzept z.B. für die Rosenheimer Straße oder die Nymphenburger Straße, sondern eher für den Marienplatz. Leider wird genau dort gerade das Gegenteil umgesetzt.

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  7. Ich wohne seit etwa 3 Jahren in München und habe bei meinem Zuzug hierher schon ein (um es freundlich auszudrücken) suboptimales Klima für den Radverkehr angetroffen.

    Leider muss ich sagen, dass sich in den letzten 3 Jahren die Situation dennoch deutlich verschlechtert hat. Ich fahre jeden Tag mit dem Rad als Pendler 20 km durch die Stadt und suche mir im Schnitt 2 mal pro Jahr eine komplett neue Strecke heraus, da die vorher verwendete Route jeweils durch vielerlei Maßnahmen zur Umbenutzbarkeit für Radfahrer umgestaltet wird.

    Spricht man das KVR auf Gefahrenstellen an, bekommt man of die Antwort, dass eine sicherere Verkehrsführung an dieser Stelle nicht möglich wäre, da dies den Autoverkehr behindern könnte. Dass die Polizei selbst bei vollständig durch parkenden Fahrzeugen blockierten benutzungspflichtigen Radwegen zwei Augen zudrückt, tut ihr übriges. „Ich muss schon Verständnis haben, dass bei der eingeschränkten Parkplatzsituation ein Autofahrer manchmal etwas abseits parken, da kann man nichts machen“ ist das Zitat eines Münchner Polizisten zu einem PKW, der einen linksseitigen (!) benutzungspflichtigen Radweg für 2 Wochen komplett blockiert hat. Aber Radfahrer können sich ja spontan auflösen und hinter dem Auto wieder materialisieren.

    Ich habe in meinem Leben schon weit mehr als 100 000 km mit dem Rad zurückgelegt und dabei insgesamt 4 Unfälle mit Kraftfahrzeugen gehabt. Davon 3 in den letzten drei Jahren in München. Alle (!) jeweils auf einer Vorfahrsstraße bei grüner Ampel und geradeausfahrend. Und alle jeweils auf einem benutzungspflichtigen Radweg mit zu geringer Breite, welcher hinter parkenden Kfz geführt wird. Alle 3 Unfälle fanden an Radwegsführungen statt, die nach bestehender Gesetzeslage eigentlich unzulässig wären und die von der Stadt mit Händen und Füßen verteidigt werden.

    Selbst bei neu geplanten Radverkehrsanlagen werden bestehende Gesetze für die Radverkehrsführung eklatant missachtet, Baustellenführungen werden gesetzeswiedrig so gelegt, dass die Beeinträchtigungen allein zu Lasten (und Gefährdung) von Fußgängern und Radfahrern gehen. Mit Kinderanhänger ist man doppelt aufgeschmissen, da viele Radwege schmaler sind als ein Kinderanhänger sind und auf vielen Radwegen Durchfahrtssperren aufgebaut sind, die mit Anhänger kaum zu passieren sind. Bestehende Planungen, die eine Verbesserung für Radfahrer bedeuten würden, werden von der Stadtverwaltung zurückgenommen. Gerade von der CSU hört man zahlreiche Stimmen, die eine weitere Öffnung von Verkehrsflächen für den Radverkehr mit abstrusen Argumenten verhindern wollen.

    Das Zitat zeigt es wahrscheinlich überdeutlich: „Rote Markierungsstreifen auf vielbefahrenen Straßen sind ein völlig falscher bzw. veralteter Ansatz, da die Radfahrer auf solchen Wegen einfach nicht sicher unterwegs sind. Schlimmer noch, sie müssen sich als schwächere Verkehrsteilnehmer mit den Autofahrern um den vorhandenen Raum streiten und blockieren den fließenden Verkehr.“ Rote Markierungsstreifen sind auf der Straße sind sicherer als Radwege auf dem Hochbord, die z.B. ein Linksabbiegen oft nur unter großer Gefährdung erlauben. Denn Radfahrer blockieren nicht den Verkehr, sondern sind auch ein Teil davon (und im Stadtverkehr wahrscheinlich auch der effizienteste Teil). Aber bis man dies auch in München erkennt, muss wahrscheinlich entweder ein Politik- oder ein Generationenwechsel stattfinden.

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    • Liebe CSU-Fraktion,

      ich bin erfreut über die lebhafte Diskussion mit fundierten, langen Beiträgen, die unter Ihrem Artikel entstanden ist.

      Bitte nehmen Sie auch zu diesem und den anderen neuen Beiträgen Stellung. Was sind Ihre Lösungen für die angesprochenen Probleme? (Unfallgefahr bei Radwegführung hinter parkenden Autos/Grünanlagen, Radverkehrsanlagen, die nicht rechtskonform zu den Anforderung sind, die sich durch die Allg. Verwaltungsvorschriften zur StVO ergeben – wie z.B. zu schmale Radwege insb. auf Hauptverkehrsachsen, innerstädtische (!!) linke Radwege mit Benutzungspflicht, mangelnde Durchsetzung freier Radwege durch die Polizei)

      Ich freue mich auf Ihre Antworten!

      Schönen Gruß
      Thomas Sarnowski

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  8. Fakt ist, dass die Flächenverteilung im Münchner Stadtverkehr im Ungleichgewicht ist. Das Verkehrsmittel PKW leistet nur 35%, ihm stehen aber in Form von Parkplätzen und Strassen 70-80% der Fläche zur Verfügung. Daran nicht rütteln zu wollen – *Das* ist Ideologie und das genaue Gegenteil von „Intelligenter Verkehrsplanung“. Einer den jetzigen und zukünftigen Herausforderung gewachsenen intelligenten Verkehrspolitik steht genau das Festhalten an Althergebrachtem der CSU im Weg.

    Die ehemalige selbsternannte Radlhauptstadt München wird mittlerweile links und rechts überholt von Städten wie Madrid, London oder Paris, die sich nicht scheuen, solche alten Zöpfe abzuschneiden. Diese Städte arbeiten daran, die Lebensqualität ihrer Bürger zu verbessern, die CSU arbeitet daran, das Auslaufmodell MIV mit Gewalt am Leben zu halten. Damit sind die verkehrstechnischen Herausforderungen der nächsten 20-30 Jahre nicht zu meistern.

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    • Die steten Beteuerungen der CSU, alle Verkehrsformen gleichberechtigt zu behandeln, kommen mir auch so vor, als würde der 1. FC Bayern mit 5 Toren Vorsprung ins das DFB-Finale starten und vom Gegner ein faires Spiel erwarten.

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    • Die Bezeichnung „Radlhauptstadt“ ist ja ohnehin ein sehr amüsanter Scherz (zumindest dann, wenn man nicht als Radfahrer tagtäglich unter den Hindernissen leiden würde). Genausogut könnte sich Assad als menschenfreundlichster Diktator Syriens bezeichnen oder eben München als fahrradfreundlichste Landeshauptstadt Bayerns.

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  9. […] München hat sich zu Wort gemeldet: In einem mittellangen Artikel legt sie ihren Standpunkt dar, was ihrer Meinung nach unter “intelligenter Verkehrspolitik” zu verstehen sei. Man klopft sich auf die Schulter, weil man Mittel für den Radwegebau bereitstellt (rd. 5€ pro […]

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  10. Sehr geehrte Damen und Herren,

    vielen Dank für die rege Diskussion über Verkehrspolitik auf dieser Seite.

    Ohne unsere bereits genannten Argumente zu wiederholen, können wir Ihnen versichern, dass wir ihre Meinungen gelesen haben. In diesem Jahr werden wir in den Ausschüssen und im Stadtrat über diverse Vorschläge zum Thema Radverkehr oder Infrasturkur diskutieren. Wir möchten nur nochmals betonen, dass die CSU-Fraktion sich dem Thema keineswegs verschließt. Es gilt jedoch anzuerkennen, dass es bei der Verkehrspolitik unterschiedliche Interessen und Bedürfnisse in der Bevölkerung gibt, welche die Mehrheitsfraktionen beachten müssen. Viele von Ihnen beschweren sich über Blokaden des Radverkehrs. Wir könnten Ihnen von jeder Mobilitätsgruppe ebenso viele Beschwerden aufzählen, die uns erreichen. Die Stadt wächst und wir müssen gemeinsam Lösungen finden. Es ist absolut klar, dass nicht jede Entscheidung jedem Bürger oder jeder Mobilitätsgruppe passen wird.

    Verzögerungen sind sicher nicht dem Unwillen zur Entscheidung geschuldet. Im Gegenteil, wir möchten kein Geld für Schnellschüsse ausgeben, sondern nachhaltige Entscheidungen treffen. Und wie Sie wissen, entscheidet die Fraktion nicht allein, sondern die Mehrheit im Münchner Stadtrat.

    Zu Ihrer Information: Heute hat CSU-Stadtrat Manuel Pretzl, stv. Fraktionsvorsitzender, eine neue Anfrage zum Thema Verkehrspolitik gestellt. Hier der Link: https://csu-rathaus-muenchen.com/2016/02/10/anfrage-verantwortlichkeiten-in-der-verkehrspolitik-dichtung-und-wahrheit/
    Wir möchten Antworten auf die Versäumnisse der Verkehrspolitik der Vergangenheit.

    Mit freundlichen Grüßen

    Ihre CSU-Fraktion

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    • Es geht nicht darum, es allen recht zu machen. Es sollte für den Anfang darum gehen, dass zumindest gesetzliche Vorgaben und auch für die Stadt München verpflichtende Verwaltungsrichtlinien bei der Planung von Radverkehrsanlagen eingehalten werden. Aber selbst sicherheitsrelevante Mindeststandards hinsichtlich der Radverkehrsführung werden einer ideologisch auf den Kraftfahrzeugverkehr fokussierten Politik geopfert.

      Stattdessen versucht man mit Rezepten von Vorgestern eine Art von Placebo-Verkehrspolitik zu machen, die zwar von der Summe stattlich klingt, bei genauerer Betrachtung aber die oft lebensgefährliche Führung für Radfahrer bedeutet.

      Schaut man sich die Radfahrerunfälle mit tödlichem oder fast tödlichem Ausgang des letzten Jahres in München an, dann sind die meisten an neben der Fahrbahn geführten Radwegen oder an Einmündungen der selben geschehen. Unfälle, die auf den ach so gefährlichen „roten Fahrstreifen“ oder im gar fließenden Verkehr passiert sind, sind hingegen die große Ausnahme. Die von Herrn Kuffer getätigten Aussagen widersprechen auch deutlich den Erfahrungen von Verkehrsplanern in anderen Großstädten und zeugen daher nicht von einer „intelligenten Verkehrsplanung“.

      Sich als Stadt dann noch den Titel Radlhaupstadt zu geben empfinde ich als hochgradig peinlich, da ich nicht sehe, in welcher Hinsicht München sich diesen Titel verdient hätte.

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    • Schön, dass sich die CSU so rückhaltlos der Aufklärung der Vergangenheit verschrieben hat, das war ja auch nicht immer so. Allerdings interessiert wich weniger, wer 1994 was verbockt hat, sondern mehr, welche Ideen die Stadtratsfraktionen für die Zukunft haben.

      Die Probleme sind doch bekannt: Wachsende Bevölkerung, begrenzter Platz, (bereits jetzt) stockender Verkehrsfluß. Umweltprobleme (CO2, NOx, Feinstaub). Wachsender Wunsch der Münchner Bürgerinnen und Bürger nach angenehmen Wohn- und Lebensräumen.

      Wie stellen Sie sich den Verkehr in München 2030 vor? Welche Konzepte schlagen Sie vor, diese Probleme anzugehen?

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  11. Da es sich anscheindend um eine mehr oder weniger offizielle Verlautbarung der Rathaus-CSU handeln soll, ging ich davon aus, dass er ernst gemeint ist – bis ich den Satz „Rote Markierungsstreifen auf vielbefahrenen Straßen sind ein völlig falscher bzw. veralteter Ansatz, da die Radfahrer auf solchen Wegen einfach nicht sicher unterwegs sind. “ las. Ist dieser Satz ernst gemeint? Hat Herr Kuffer das wirklich gesagt? Oder möchte irgendjemand ihm hier Böses, indem der ihm einen hochpeinlichen Satz unterschiebt? Immerhin ist Herr Kuffer verkehrspolitischer Sprecher einer Stadtratsfraktion in einer Millionenstadt, da wird er es doch sicherlich besser wissen.

    In der Verkehrsplanung ist es seit über zwei Jahrtzehnten unumstritten, dass Radfahrstreifen (die vermutlich mit „roten Markierungsstreifen“ gemeint sind, auch wenn ich eigentlich davon ausgehe, dass ein Verkehrspolitiker die korrekten Begriffe kennt und auch benutzt) die sicherste Form der Radverkehrsanlage darstellen und allen anderen separierten Führungformen überlegen sind. Was ein Mitglied des zuständigen Ausschusses des Stadtrates sicherlich auch wissen wird. Warum steht ein solcher Unfug hier also? Liest Herr Kuffer nicht gegen, was in seinem Namen geschrieben wird?

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  12. Es würde schon einiges bringen, wenn sich die Verantwortlichen mal die Empfehlungen für Radverkehrsanalagen zur Gemüte führt.Die dort aufgestellten Mindestbreiten für Radwege werden in München seltenst eingehalten. Wenn München wirklich Radlhauptstadt sein will, dann sollten die Mindestmaße überschritten werden. Das geht in der Regel nur, wenn man dem Kraftverkehr Platz wegnimmt. Oder hat München noch so viele unbenutze Fläche für 2,5m breite Radwege? Pro Richtung.
    Amsterdam ist ein spezialgelagerter Sonderfall. Dort ist der Radverkehr so sicher, weil er so dicht ist und alle Autofahrer wissen , das sie immer und überall aufpassen müssen. Außerdem sind dort die Parkgebühren außerirdisch, so das viele sich den Weg in die Stadt sparen. Das ist in München nicht der Fall.
    Ich empfehle Ihnen mal das andere europäische Beispiel anzuschauen:Kopenhagen. Dort wird für den Radverkehr viel gemacht, der Platz für den Kraftverkehr immer weiter eingeschränkt. Fazit: Jetzt fahren mehr Radfahrer als Autofahrer in die dänische Hauptstadt.

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    • Die CSU weiß schon, dass man dafür Platz braucht, und dass man den nicht bekommt ohne den Autofahrern in München selbigen wegzunehmen. Daher ist sie auch von einem Radfahrschnellweg von Ismaning nach Anschheim (ja, wirklich!) so angetan. Die ist für den Radverkehr in München schließlich total vorteilhaft. Zitat Ernst Weidenbusch (CSU): „Ich halte die Strecke von Aschheim nach Ismaning für eine der wichtigsten“.

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  13. Also bei unserer Schulabschlussfahrt nach Amsterdam sind wir auch gleich in den Coffee Shop und haben danach nichts mehr kapiert, was uns die Lehrer erklärt haben. Schön, dass die CSU München bei Ihrem Ausflug ähnlich vorgegangen zu sein scheint…

    Eigentlich hätte man es sowieso einfacher haben können: In der Breisacher Straße residiert der VCD Bayern, Kreisverband München. Der VCD kennt sich tatsächlich aus mit Radfahren! Hier einige Positionen http://www.vcd-bayern.de/texte/Fragenkatalog_Anhoerung_Landtag_2004-04-01.pdf

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  14. Möchte München den Titel „Radlhauptstadt“ verliehen bekommen wie Berlin den Titel „Flughafenhauptstadt“? Dann sperrt weiterhin so rigoros die RadlerInnen aus dem Zentrum aus, liebe Stadtpolitiker. Bei unserer Petition SOR – SaveOurRadler unterschreiben ist umweltpolitisch vernünftig und deshalb absolut „radsam“.

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