Anfrage: Paul-Heyse-Unterführung, die Dritte, wie geht es mit dem Schandfleck weiter?

Paul-Heyse-Unterführung, die Dritte, wie geht es mit dem Schandfleck weiter?
Paul-Heyse-Unterführung, die Dritte, wie geht es mit dem Schandfleck weiter?

Es ist fast ein Jahr her, da hat die SPD-Fraktion zur Paul-Heyse-Unterführung und dem Zustand, in dem sich der Tunnel befindet, einen Antrag gestellt. Nicht ganz 3 Jahre ist es her, als sich ein Münchner Boulevardblatt ausführlich mit dieser vergammelten Gleisunterquerung beschäftigt hat, passiert ist in beiden Fällen leider nichts, zumindest sichtbar nichts!

Dabei ist diese von 1902 bis 1908 gebaute und seit dem, nie richtig sanierte Unterführung auf einer wichtigen Verkehrsroute ein ganz besonderer Schandfleck in unserer Stadt. Nicht nur die niedrige Deckenhöhe, sondern auch der Zustand der Konstruktion machen aus dem Bauwerk eine Angströhre, zumindest für Fußgänger und Radfahrer. Nachdem es keine Belüftung, außer dem natürlichen Durchzug gibt, verfangen sich Abgasschwaden oft in der Röhre und machen einen Gang oder eine Fahrt mit dem Rad geradezu unmöglich, wenn man keine Gesundheitsschäden davontragen will. Dazu kommen Massen von Tauben, die dort, egal ob Sommer oder Winter ihre Nistplätze in der offenen Stahlkonstruktion haben und die wenigen, unerschrockenen Nutzer – ohne Autodach -, mit ihren Hinterlassenschaften von Oben „beglücken“. In Bayern sagt man schlicht zu so etwas, Sauerei! Doch die Bahn, als Besitzer dieser „Sauerei“ kümmert sich in keiner Weise darum, das Ambiente dieses Bauwerks deutlich aufzumöbeln, ganz im Gegenteil! Bei genauer Betrachtung fällt auf, dass die Besitzgesellschaft mit dem Tunnel umgeht, als ob ein Immobilienhai eine Entmietung in einem Wohnblock herbeiführen möchte. Taubendreck, wo man hinsieht, schummrige Beleuchtung, sogar noch Kriegsschäden an den Portalen – ist ja nur 70 Jahre her! – flächig abgeplatzte Fliesen, die, die noch dran sind und aus der Ursprungsausstattung stammen, verschmutzt und beschädigt, an den Rändern oft mit Mörtel oder Kitt notdürftig verschmiert, damit der Rest nicht auch noch herunterfällt, ein Bild des Jammers! Und das Mitten in Deutschland, Mitten in einer Großstadt und in Sichtweite für die hiesigen Konzernresidenten!
Man muss sich fragen, ob die DB, die sich gerne auch einen Technologiekonzern nennt, so einen Schandfleck, wie er ihn in der DDR und den Folgejahren noch oft im Osten des Landes gegeben hat, überhaupt mit dem sauberen Image, das gerne gepflegt wird, in Übereinklang bringen kann?

Ich frage deshalb den Oberbürgermeister:

1. Diverse Initiativen zu einer deutlichen Verbesserung der Situation in und um die Paul-Heyse-Unterführung von Münchner Medien, Fraktionen und Parteien sind offenbar sang- und klanglos bei der Bahn verpufft, gab es aktuell in den letzten 3 Jahren, oder wann früher, Gespräche von Seiten der Stadt, mit den zuständigen Bahnverantwortlichen darüber?
2. Wenn ja, mit welchen Ergebnissen, ist mit einer baldigen Sanierung und deutlichen Verbesserung in und um die Röhre zu rechnen?
3. Wenn nein, warum nicht, ist doch diese Unterführung ein ausgesprochener Schandfleck in unserer sonst durchaus gepflegten Stadt?
4. Kann die Bahn in ihrem jahrzehntelangen Nichtstun nunmehr durch Stadt oder Land in irgendeiner Weise, rechtlich gezwungen werden, hier endlich ordentliche, gesundheitlich zumutbare und geordnete Verhältnisse herzustellen?
5. Wenn ja, warum wird nicht zu diesem Zwangsmittel gegriffen?
6. Wenn nein, wurden dabei schon alle rechtlichen Möglichkeiten – wie Gesundheitsvorsorge, Hygienemängel, Gefahr von Leib und Leben, usw. – von Seiten der Stadtjuristen geprüft?
7. Haben Eigentümer eines öffentlich zugänglichen Bauwerks nicht die Pflicht, ihr Eigentum in einem Zustand zu halten, der mögliche Gefahren und z.B. gesundheitliche Beeinträchtigungen abwendet?
8. Hat die Stadt evtl. ein rechtliches Gutachten dazu in Auftrag gegeben oder gibt es in Deutschland, in ähnlichen oder vergleichbaren Fällen schon Gerichtsentscheidungen?
9. Oder, hat die Stadt evtl. andere Mittel und Wege in der Hand, die Bahn in diesem Fall zu einer Kooperation im Sinne der Nutzer dieser Unterführung zu bewegen?
10. Ist die Annahme richtig, dass außer der Fahrbahnsanierung, im Zuge der Entfernung der Straßenbahnschienen durch die Stadt, seit dem Bestehen der Unterführung, aber auf jeden Fall, seit Ende des Krieges vor nun 70 Jahren, nichts Wesentliches an dem Bauwerk verändert oder renoviert wurde?
11. Wie hoch schätzt das Baureferat aus eigenen Erfahrungen heraus, die Kosten einer ordentlichen Sanierung und deutlichen „Aufhübschung“und Aufhellung dieser Unterführung?
12. Ist der OB bereit, auch bei nächster Gelegenheit, mit Bahnchef Grube über dieses bauliche Elend im Herzen der Stadt zu sprechen und dabei selbst die Initiative für einen Umbau dieses Schandmals zu ergreifen?

Richard Quaas
Richard Quaas

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