Aktuelle Statements zur Erweiterung der Fußgängerzone

Erweiterung der Fußgängerzone
Erweiterung der Fußgängerzone

Das Bündnis „SaveOurRadler“ hat für heute eine Demonstration gegen die Erweiterung der Fußgängerzone am Marienplatz angekündigt. Die Initiatoren kritisieren die Stadtratsentscheidung vom vorigen Jahr, wonach der Verkehr – ob Fahrrad, Taxi oder Bus –  in Münchens unmittelbarem Zentrum künftig umgeleitet werden soll. Die erweiterte Fußgängerzone wird sich im Osten bis zum Alten Rathaus und im Norden bis zur Ecke Landschafts-/Altenhof- und Dienerstraße erstrecken, im Süden umfasst sie den Rindermarkt bis hinterm Alten Peter. Anbei ein Statement der beiden Kooperationspartner im Rathaus, die mit einem gemeinsamen Antrag den Anstoß zur Umgestaltung gegeben hatten.

Der SPD-Fraktionsvorsitzende Alexander Reissl sagt:
„Die Entscheidung, die Fußgängerzone zu erweitern, ist richtig. Der bisherige Zustand war für alle unbefriedigend: Zum einen für die Fußgänger, die gar nicht realisiert haben, dass da am Marienplatz eine Fahrbahn ist, achtlos über die Straße gingen und aufschreckten, wenn dann ein Radler kam. Aber auch für die Radler, die sich durch die Menschenmassen schlängeln und jede Sekunde damit rechnen mussten, dass ihnen jemand vors Fahrrad läuft. Wir sind zuversichtlich, dass sich die anfänglichen Vorbehalte rasch in Wohlgefallen auflösen werden, wenn sich eine neue Radroute etabliert hat, die mit Sicherheit stressfreier und komfortabler als die jetzige sein wird.“ 

CSU-Fraktionsvorsitzender Hans Podiuk zu diesem Thema:
„Die selben Vorbehalte gab es schon, als die Fußgängerzone zwischen Marienplatz und Stachus eingerichtet wurde. Nach anfänglichen Orientierungsschwierigkeiten werden sich sicherlich alle an die neuen Verhältnisse gewöhnen. Auf dem Marienplatz haben jetzt die Fußgänger Vorfahrt. Durch unsere klare Regelung schützen wir die schwächste und zahlenmäßig vorherrschende Mobilitätsgruppe vor dem Verkehrschaos an dieser Stelle. Bei der Erweiterung der Fußgängerzone haben wir trotzdem die Interessen aller Verkehrsteilnehmer abgewogen und berücksichtigt. Die Taxifahrer weichen auf Ersatzstandorte in der Nähe aus und mit der MVG klären wir sinnvolle Umfahrungsrouten für die Busse. Die Radler wünschen sich zurecht eine schnelle Route zur Innenstadtquerung. Mit der schon oft beschriebenen Nord-Süd-Radverbindung bauen wir eine parallel verlaufende Strecke radltauglich um.“

Fraktionsvorsitzender Hans Podiuk

3 Gedanken zu “Aktuelle Statements zur Erweiterung der Fußgängerzone

  1. Grundsätzlich ist es sinnvoll, die Fußgängerzone zu erweitern. Nur: Im Moment ist das völlig konzeptlos. Zum einen möchte man die geplante Parallelroute erst irgendwann umsetzen, zum anderen ist die derzeitige Planung der Parallelroute nicht ansatzweise für das Verkehrsaufkommen geeignet.

    Zur Erinnerung: Sie sperren am Marienplatz eine Hauptverkehrsstraße mit vielen tausend Fahrzeugen pro Tag. Wenn man in München eine solche Hauptverkehrsstraße sperren kann, ohne dass es eine leistungsfähige Alternativroute gibt – wo genau ist denn dann eigentlich das Problem bspw. mit der Umgestaltung der Rosenheimer Straße? Oder der Lindwurmstraße? Als Argument gegen die Umgestaltung dieser Straßen wird immer wieder angeführt, dass man leistungsfähige Trassen für den Verkehr bräuchte. Aber wenn man sich die nun erfolgte Sperrung einer der wichtigsten Münchner Nord-Süd-Achsen anschaut, scheint die CSU diese Position nun aufgegeben zu haben. Denn während am Marienplatz die Trasse komplett gesperrt wird, bleiben bei Lindwurmstraße und Rosenheimer Straße die Straßen für den KFZ-Verkehr ja grundsätzlich (mit nur geringfügiger Reduktion der Kapazität bei der Lindwurmstraße, bei der Rosenheimer Straße sogar ohne Reduktion der Kapazität) offen, insofern ist die Sperrung des Marienplatzes weitaus gravierender. Diese Gegensätze zwischen Argumentation und Aktion verstehe mal einer…

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  2. Möchte München den Titel „Radlhauptstadt“ verliehen bekommen wie Berlin den Titel „Flughafenhauptstadt“? Dann sperrt weiterhin so rigoros die RadlerInnen aus dem Zentrum aus, liebe Stadtpolitiker. Bei unserer Petition SOR – SaveOurRadler unterschreiben ist umweltpolitisch vernünftig und deshalb absolut „radsam“.

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  3. Ich habe mir den Marienplatz gestern einmal tagsüber angesehen.
    Trotz des Verbots waren einige Radler unterwegs – hat sich wohl noch nicht überall herumgesprochen.
    Spannenderweise ist das Miteinander dennoch deutlich entspannter als früher. Die Fußgänger können den Platz der Fahrbahnen nutzen und tun dies auch.

    Es bleibt der Verdacht, dass der Radler-Bann ein Placebo war und der wichtigste Faktor die Entfernung der KfZ-Routen war – wer hätt’s gedacht…

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