Ponyreiten auf Münchner Volksfesten weiterhin erlaubt

Ponyreiten auf Münchner Volksfesten weiterhin erlaubt
Ponyreiten auf Münchner Volksfesten weiterhin erlaubt. © soonthorn / Fotolia.com.

Nachdem die SPD-Fraktion das Ponyreiten auf Jahrmärkten und Volksfesten in München verbieten möchte, hatte die CSU-Fraktion im Dezember letzten Jahres eine kritische Untersuchung des generellen Verbots gefordert. Das Spannungsfeld zwischen Tradition und Tierschutz sollte beleuchtet werden. Das Referat für Arbeit und Wirtschaft sprach sich in der Vorlage des heutigen Wirtschaftsausschusses gegen ein Verbot aus. Aufgrund eines Patts bei der Abstimmung, bleibt es beim Status quo und Ponyreiten wird auf Auer Dult und Wiesn weiterhin zugelassen.

Das Referat für Arbeit und Wirtschaft hat vorgeschlagen, die wenigen noch verbliebenen Schaustellerbetriebe weiterhin bei den städtischen Veranstaltungen zuzulassen. Das Veterinäramt habe keine Anomalien bei den Tieren feststellen können. Zudem seien alle tierschutzrechtlichen Vorschriften eingehalten worden. Einem generellen Verbot steht die CSU-Fraktion deshalb weiterhin kritisch gegenüber und hat heute gegen den SPD-Antrag gestimmt.

Stadtrat Manuel Pretzl
Manuel Pretzl

„Die Aussagen der Veterinäre geben bereits einen Hinweis darauf, dass die Tiere bei den Schaustellern gut versorgt und gepflegt werden. Sicher, der Lärm und das Laufen im Kreis  ist für die Tiere unbestritten belastend. Aber die meiste Zeit im Jahr verbringen sie eh nicht auf Volksfesten, sondern werden in den Heimatbetrieben gehalten. Das ist die Ausgangslage für eine sachliche Diskussion über ein generelles Verbot des Ponyreitens auf Münchner Veranstaltungen. Immerhin geht es bei der Diskussion nicht nur um das Wohl der Tiere, sondern auch um die Existenz der Schaustellerbetriebe. Das Verbot käme faktisch einem Berufsverbot gleich. Der Vorschlag der SPD, die Betriebe bis 2017 noch zuzulassen, ist ziemlich willkürlich. Entweder bewerte ich das Ponyreiten als tierschutzwidrig oder nicht“, so Stadtrat Manuel Pretzl, stellvertretender Fraktionsvorsitzender und Sprecher der CSU-Fraktion im Ausschuss für Arbeit und Wirtschaft, zu diesem Thema.

Dr. Evelyne Menges
Dr. Evelyne Menges

Für Stadträtin Dr. Evelyne Menges, Tierschutzbeauftragte der CSU Fraktion, steht das Wohl der Ponys an oberster Stelle: „Grundsätzlich begrüße ich das Verbot des Ponyreitens. Aber wie in der Vorlage bereits ausgeführt wurde, stehen die Betreiber bei einem Verbot vor dem Problem: Wohin mit den Ponys? Ein paar Tiere würden geschlachtet werden, da die Betreiber noch ein wenig Geld beim Verkauf verdienen könnten. Die wenigsten Ponys können ihr Lebensende auf einem Gnadenhof verbringen. Diese sind nämlich schon restlos überfüllt mit Pferden. Was wären also die Alternativen? Der Verkauf an einen Zirkus oder an einen Reitbetrieb? Das wäre tierschutzrechtlich genauso falsch und wir würden den Tieren keinen Gefallen tun.“

Richard Quaas
Richard Quaas

„Können und dürfen Pferde und Ponys überhaupt noch geritten und vor Wagen gespannt werden? Diese Frage liegt bei der Entscheidung über das Verbot des Ponyreitens näher, als sich viele Menschen das vorstellen können. Wie werden die Pferde vor einem Prachtgespann auf der Wiesen beansprucht, ist das tiergerecht? Wie vertragen diese Tiere den Lärm auf Volksfesten? Wie ist das mit Polizeipferden oder mit Rennpferden? Hier wird mit Unvernunft und vermeintlicher Tierliebe ein „Fass“ aufgemacht, wo ein vernünftiges Ende der Diskussion nicht abzusehen ist. Ich bin froh, dass die Tradition des Ponyreitens auch nächstes Jahr fortgeführt wird“, meint Stadtrat Richard Quaas, Sprecher der CSU Fraktion für Dulten und Wiesn.

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