Denkmal für Familie Mann beschlossen

Richard Quaas
Richard Quaas

Die Künstlerfamilie Mann, die bis zum Ausbruch des Nationalsozialismus in München gelebt und gewirkt hatte, soll in München ein Denkmal erhalten. Dem hat der heutige Kulturausschuss zugestimmt. Ort und Aussehen des Kunstwerks sollen durch eine Kunstjury vorgeschlagen werden. Die Kosten liegen bei ungefähr 230.000 Euro.

Der große Literat Thomas Mann genießt in seinem ehemaligen Wohnort München schon heute eine hohe Wertschätzung. Das zeigen die zahlreichen Erinnerungsaktivitäten im öffentlichen Raum. Es gibt bereits sechs Gedenktafeln, ein Gymnasium, eine Universitätshalle und eine Straße wurden nach ihm benannt. Bei der Planung eines Denkmals wäre eine thematische Fokussierung auf Thomas Mann allein zu reduziert, da der Schriftsteller und seine Werke im familiären Kontext zu sehen sind. Das Kulturreferat schlägt daher die Schaffung eines „Familie-Mann-Denkmals“ vor. Die außergewöhnliche Künstlerfamilie verbrachte viele Jahre in München. Katia und Thomas Manns Kinder Klaus, Erika, Michael und Monika Mann übergaben ihre literarischen Werke der Monacensia.

Eine Kunstjury – bestehend aus Vertretern des Stadtrats, Fachjuroren, Kulturreferent Georg Küppers, Beisitzern und Stellvertretern – muss nun gebildet werden und soll sich im ersten Schritt um die Standortfrage kümmern. Denkbar wäre die Situierung am Isarhochufer in Bogenhausen, im Garten des Hildebrandhauses (Monacensia) oder anderen Orten mit Wirkungsbezug. Es soll kein klassisches Denkmal werden, da dies der Komplexität der gesamten Familie Mann nicht gerecht werden würde und künstlerisch sowie formal-ästhetisch nicht zukunftsorientiert wäre. Die Jury soll unter diesen Gesichtspunkten einen Künstlerwettbewerb durchführen. Bislang gibt es keine Vorgaben, ob das Kunstobjekt auf einen Standort begrenzt bleiben muss oder auf mehrere Stellen verteilt aufgestellt wird.

„Seit Jahren denkt die Stadt München über eine angemessene Würdigung der Familie Mann nach. Unser Antrag hat jetzt endlich den Stein ins Rollen gebracht: das Denkmal wird tatsächlich gebaut. Ein Kunstobjekt, das die gesamte Künstlerfamilie Mann würdigt, ist nach literarischen, künstlerischen und historischen Gesichtspunkten absolut richtig. Eine Reduzierung auf Thomas Mann wäre zu kurzsichtig, denn die Person Thomas Mann und seine Werke können wir nur im familiären Kontext in ganzer Tiefe begreifen. Ich bin zuversichtlich, dass die Kunstjury viel hochkarätige Künstlerinnen und Künstler für einen innovativen Entwurf begeistern kann“, so Stadtrat Richard Quaas, Sprecher der CSU-Fraktion im Kulturausschuss.

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