Stadtrat beschließt berufsbezogene Projektförderung für junge Flüchtlinge

Georg Schlagbauer
Georg Schlagbauer

Wie integriere ich junge Migranten und Flüchtlinge am Besten in den Arbeitsmarkt? Dieser Frage hat sich das Referat für Arbeit und Wirtschaft angenommen und dem heutigen Wirtschaftsausschuss entsprechende Maßnahmen vorgestellt. Zwei Projekte werden mit Geldern des Münchner Beschäftigungs- und Qualifizierungsprogramms (MBQ) finanziert. Die CSU-Fraktion hat mit einem Antrag die Förderung des Projekts „Lernwerkstatt Halle 36“ gefordert und hofft, dadurch die Jugendlichen in handwerkliche Berufe vermitteln zu können.

Integration klappt am Besten, wenn die jungen Flüchtlinge und Migranten eine Zukunftsperspektive bekommen. Jugendlichen mit guter Bleibeperspektive müssen deshalb so schnell wie möglich Deutsch lernen und bei der Vermittlung von Ausbildungsstellen unterstützt werden. Die Landeshauptstadt München fördert jetzt zwei Projekte, in welchen die Jugendlichen fit fürs Berufsleben gemacht werden.

Im Bildungszentrum Berufseinstieg (BzB) nehmen sie an einem Sprach- und Kommunikationstraining teil, erhalten eine Berufsorientierung und bekommen ein Praktikum in einem Kooperationsbetrieb organisiert. Dabei wird individuell und flexibel auf die unterschiedlichen Bedürfnisse der Gruppenteilnehmer eingegangen. Bisher haben 93 Jugendliche teilgenommen, wovon 90 in Praktika vermittelt werden konnten. Das erfolgreiche Programm wird daher im Zeitraum von Mai 2016 bis April 2018 mit 228.800 Euro bezuschusst.

Das Projekt „Lernwerkstatt Halle 36“ wurde im Frühjahr 2015 als Verein gegründet mit dem Ziel, den jungen Flüchtlinge und Asylsuchenden unter 25 in der ehemaligen LKW-Halle der Bayernkaserne einen strukturierten Tagesablauf zu geben. In einer berufsorientierten Lernwerkstatt können sie zwei Wochen lang insgesamt vier handwerkliche Berufe kennenlernen. Begleitend wird ein Sprachtraining angeboten, wo sie den jeweils fachspezifischen Grundwortschatz lernen. Ziel ist es, die Teilnehmer für einen Beruf zu begeistern und ihnen Praktikumsplätze in Firmen zu verschaffen. Ab September 2016 wird der Verein für ein Jahr mit 150.000 Euro bezuschusst. Bis zu 400 Jugendliche pro Jahr könnten somit betreut werden.

Bürgermeister Josef Schmid
Bürgermeister Josef Schmid

„Ich bin froh, dass beide Projekte heute beschlossen wurden. Wir verknüpfen damit Integration mit Ausbildung. Davon profitieren nicht nur die jungen Neu-Münchner, sondern auch der Wirtschaftsstandort insgesamt“, so Bürgermeister Josef Schmid.

„Die Stadt hat unseren Antrag, die „Lernwerkstatt Halle 36“ finanziell zu unterstützen, jetzt umgesetzt. Die jungen Flüchtlinge werden integriert und die Handwerksbetriebe bekommen den dringend benötigten Nachwuchs. Unsere bayerischen Handwerksbetriebe warten schließlich händeringend auf Azubis im Bereich Trockenbau, Maler und Lackierer, Elektrohandwerk sowie Heizung, Sanitär und Klima. Alles Gewerke, deren Grundlagen in der Bayernkaserne vermittelt werden. Eine äußerst vorteilhafte Situation für beide Seiten. Unsere MBQ-Mittel zur Projektförderung im Programmbereich „Münchner Jugendsonderprogramm“ sind hier gut angelegt“, sagt Stadtrat Georg Schlagbauer.

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