Antrag: Systemisch handeln – Wärmevision 2040 vorantreiben – städtische Betriebskosten senken: Schulneubauten auch zur Rücklaufauskühlung im Fernwärmenetz nutzen

Systemisch handeln – Wärmevision 2040 vorantreiben – städtische Betriebskosten senken: Schulneubauten auch zur Rücklaufauskühlung im Fernwärmenetz nutzen
Systemisch handeln – Wärmevision 2040 vorantreiben – städtische Betriebskosten senken: Schulneubauten auch zur Rücklaufauskühlung im Fernwärmenetz nutzen

Der Stadtrat möge beschließen:

Bei der Wärmeversorgung des neuen Schulcampus Messestadt West wird der Gebäude-Komplex mit Hilfe geeigneter Niedertemperatur-Flächenheizsysteme bewusst so ausgelegt, dass er in der Lage ist, die nötige Raumheizwärme in hohem Maße aus dem Rücklauf des Geothermie-Netzes Riem zu nehmen.
Dabei wird ein externes Planungsbüro beauftragt, im Benehmen mit den SWM, dem RGU/Bauzentrum, dem Baureferat und dem RBS vorab die technische Machbarkeit dieses Ansatzes zu untersuchen. Hierbei sind unbedingt die Praxis-Erkenntnisse bei der Erweiterung der Realschule Taufkirchen heranzuziehen, wo erstmalig das preisgekrönte Dreileiter-Konzept der GEWOFAG bei der Bioenergie Taufkirchen zum Einsatz gekommen ist, das ja genau auf die zusätzliche Rücklaufauskühlung abzielt /1/.
In diesem Zusammenhang ist auch darzustellen, wie für SWM-Kunden der höhere Investitionsaufwand für die gebäudeseitige zusätzliche Rücklaufauskühlung durch niedrigere Arbeitspreise attraktiv gemacht werden kann.
Die Energiekommission des Stadtrates ist in geeigneter Weise mit dem Thema zu befassen.

Begründung:

Wenn der von den Antragstellern aufgezeigte Ansatz funktioniert, würde die Stadt München tendenziell mit ihren eigenen zahlreichen Bauten einen aktiven Beitrag leisten können, um die Energieeffizienz des künftigen erdwärme-gespeisten Fernwärmenetzes („Wärmevision 2040“ der SWM) signifikant zu steigern.

Bekanntlich sind Geothermienetze viel stärker als fossil-betriebene Fernwärme-erzeugungsanlagen darauf angewiesen, dass die Rücklauftemperatur so niedrig wie möglich ist.
Bundesweit beträgt die mittlere Rücklauftemperatur in Fernwärmenetzen ca. 55 Grad C. Auch München macht hier keine Ausnahme, auch wenn neuerdings eine Rücklauftempe-ratur von nur noch 40 Grad C angestrebt wird, was aber nach allen Erfahrungen nur entsprechend konzipierte Neubauten erreichen können. Selbst in der relativ jungen und baulich homogenen Messestadt Riem liegt die Rücklauftemperatur im dortigen Geother­mie-Inselnetz derzeit über 50 Grad C. Umso langwieriger und schwieriger dürfte es sein, in den Bestandsnetzen mit ihrem heterogenen Gebäudebestand eine Absenkung der Rücklauftemperatur herbeizuführen.

Das könnte die Stunde des umfangreichen städtischen Immobilienbestandes werden. Hierzu müssten diese Immobilien, soweit sie ans Fernwärmenetz angeschlossen sind, aktiv zur zusätzlichen Rücklaufauskühlung beitragen.

Der ehemalige Haustechnik-Chef der GEWOFAG, Wilfried Ebster, hat schon vor Jahren den Weg gewiesen, wie dies gehen könnte. Nämlich durch seine 2012 preisgekrönte Drei-Leitertechnik.

Diese Technik eignet sich wegen ihres apparativen Aufwandes eher für größere Fernwär­meverbraucher, wie sie Schulgebäude darstellen. So wurde diese Technik erstmalig bei einer Schulerweiterung in Taufkirchen erfolgreich eingesetzt /1/.

Es ist daher nur konsequent, die Gunst der Stunde zu nutzen und beim anstehenden Neubau eines Schulkomplexes in der Messestadt West diese Technik vorzusehen und damit de Effizienz der Erdwärme Riem zu steigern.

Dies kann auch nur im Interesse der SWM liegen, weshalb eine umfassende Unterstüt­zung von dieser Seite erwartet werden darf. Dies auch deswegen, weil die SWM beim Wärmekonzept Freiham/Neuaubing mit seinem Hochtemperaturnetz für Neuaubing und dem Niedertemperaturnetz für Freiham Nord einen ganz ähnlichen technischen Ansatz verfolgen (Grafik aus Beschluss 08-14 V 00917):

Die Stadt sollte aber auch im eigenen Interesse dabei darauf dringen, dass die Arbeits­preise für die Wärme aus der Rücklaufauskühlung erkennbar niedriger sind als die regu­lären Fernwärmepreise aus dem Hochtemperaturnetz. Den SWM muss dabei klar sein, dass es auch für die Kunden eine Win-Win-Situation geben muss, um den höheren apparativen Aufwand in der Heizzentrale zu rechtfertigen.

Quellen
/1/ Fachforum Bauzentrum 15. Okt. 2014:  http://www.muenchner-fachforen.de/jdownloads/2014/2014_10_15_Fachforum_Fernwaerme/02_eder_bioenergie_taufkirchen.pdf

Hans Podiuk
Hans Podiuk
Manuel Pretzl
Manuel Pretzl
Beatrix Burkhardt
Beatrix Burkhardt
Ulrike Grimm
Ulrike Grimm
Sebastian Schall
Sebastian Schall

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s