CSU-Fraktion fordert weiterhin die Wiedererrichtung des König Ludwig II.-Denkmals

CSU-Fraktion fordert weiterhin die Wiedererrichtung des König Ludwig II.-Denkmals © T. Linack / Fotolia
CSU-Fraktion fordert weiterhin die Wiedererrichtung
des König Ludwig II.-Denkmals
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Um für den Stadtrat eine fundierte Entscheidungsgrundlage zu bekommen, beauftragt der Bauausschuss das Baureferat eine Machbarkeitsstudie zur Wiedererrichtung des König Ludwig II.-Denkmals auf der Corneliusbrücke auszuschreiben. Kosten der Untersuchung: voraussichtlich 120.000 Euro.

Das stolz in der Isar thronende Denkmal zu Ehren des bayerischen Märchenkönigs Ludwig II. wurde im Jahr 1910 feierlich enthüllt. Auf einer 240 m² großen Terrasse stand ein 11 Meter hohes Bauwerk, bestehend aus Treppensockel und Halbkuppel (Knoche). Darin ruhte auf einem steinernen Podest die 3,20 Meter hohe und zwei Tonnen schwere Bronzefigur des Königs. Das Denkmal wurde im zweiten Weltkrieg beschädigt und die Bronzefigur – bis auf die Büste – eingeschmolzen. 1969 lies der Stadtrat die Reste der Terrasse abbauen. An dieser Stelle befindet sich heute ein Isarbalkon. Teile des Originals sind jedoch noch vorhanden. Die Büste steht im Durchgang zwischen Residenz- und Nationaltheater, eine Kopie befindet auf der Brückenbastion. Außerdem wurden fast 400 Natursteinelemente der alten Anlage eingelagert.

Schon im März 2013 hat die CSU-Fraktion beantragt, das Denkmal am alten Standort wiederzuerrichten. Um Klarheit über die technische Machbarkeit und die Projektkosten der geplanten Denkmalerrichtung zu erhalten, müssen zunächst die Bausubstanz untersucht und Erkundungen durchgeführt werden. Außerdem müssen vorab Grabungen beauftragt werden, ebenso Ingenieurleistungen zur geplanten Rekonstruktion der Anlage.

Bürgermeister Josef Schmid
Bürgermeister Josef Schmid

Bürgermeister Josef Schmid befürwortet die Machbarkeitsstudie: „Ich bin sehr für die Machbarkeitsstudie. Die Wiedererrichtung des Denkmals würde der Kulturstadt München gut zu Gesicht stehen. Das wieder hergestellte Denkmal würde die Corneliusbrücke und damit das gesamte Gärtnerplatzviertel weiter aufwerten. Mit der Wiedererrichtung des Denkmals würde eine von den Nazis jäh unterbrochene Traditionslinie fortgeführt werden. Gerade vor dem Hintergrund eines starken bürgerschaftlichen Engagements für das Denkmal ist die jetzige Machbarkeitsstudie der richtige Schritt.“

Dr. Evelyne Menges
Dr. Evelyne Menges

„München hat diesem intellektuellen König viel zu verdanken. Er hat die renommierte Technische Universität gegründet und das damals bankrotte Gärtnerplatztheater gekauft. König Ludwig II. ist in der Bevölkerung sehr beliebt und es gibt sogar eine Privatinitiative zur Finanzierung des Denkmals. Da die Förderung von Kunst und Kultur – beides beliebte Themen des Königs – zu den öffentlichen Anliegen zählen, sollten wir als Kulturmetropole dieses Denkmal in jedem Fall bauen“, so Stadträtin Dr. Evelyne Menges, stellvertretende Fraktionsvorsitzende und Sprecherin der CSU-Fraktion im Bauausschuss.

Richard Quaas
Richard Quaas

„Ich verstehe nicht, wie man gegen die Neuerrichtung des Denkmals sein kann“, so Stadtrat Richard Quaas, Innenstadtsprecher der CSU-Fraktion. „Fast jeder, egal ob Tourist oder Einheimischer, kennt seine Geschichte und hat mindestens eines seiner Schlösser besucht. Daher sollte München, damals wie heute das Zentrum der bayerischen Politik, keine Kosten und Mühen scheuen, um sich würdig seiner zur erinnern. Die bereits vorhandenen, kleineren Gedenkstellen nimmt niemand wahr. Die Corneliusbrücke bietet sich wunderbar als Standort an, schließlich hatten wir dort bereits ein gewaltiges Denkmal für ihn stehen. Wir haben also einen geeigneten Ort, wissen um das Aussehen des Bauwerks und besitzen sogar noch Originalteile. Wir sollten es also angehen.“

Das Baureferat und sämtliche beteiligte Dienststellen haben ausgeführt, dass die Umsetzung eines Cafés im Sockel des Denkmals planerisch und genehmigungsrechtlich nicht umsetzbar seien. „Schade, aber im Endeffekt ist uns die Neuerrichtung der Statue wichtiger, als ein Café auf der Brücke“, meint Stadträtin Dr. Evelyne Menges.

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