Geordnete Verhältnisse an der Isar – Eckdatenbeschluss zur Isarnutzung gefasst

Manuel Pretzl
Manuel Pretzl

Seit Jahren schon bestand im Stadtrat der Wunsch, die Bade- und Bootsverordnung aus dem Jahr 1976 zu novellieren. Nach der Isar-Renaturierung wurde der Fluss immer attraktiver für die Münchner, die ihren Fluss in der Folgezeit intensiver für sich entdecken. Um Konflikte der einzelnen Nutzergruppen zu vermeiden, hat der Stadtrat im heutigen Umweltausschuss nun der Aufstellung des Eckdatenbeschlusses für die Regelung des Gemeingebrauchs auf der Isar zugestimmt.

Eigentlich ist die innerstädtische Isar zum Baden und Befahren tabu. Schon lange fordern Politik und die wasseraffinen Verbände eine Legalisierung der Nutzung. Denn de facto wird in der Isar gebadet, gesurft und gepaddelt. Umgekehrt ist die Isar in München Teil des europäischen Fauna-Flora-Habitat-Schutzgebietes (FFH-Gebiet). Eine uneingeschränkte Freigabe ist also nicht möglich. Im Vergleich zur jetzigen Verordnung ist künftig eine Nutzungserweiterung vorgesehen; weniger Verbote, dafür mehr Gebote. Ein guter Kompromiss, denn mit den neu definierten Nutzungsvorschriften herrscht endlich Klarheit in puncto Nutzungsrahmen. Extra Badezonen werden ausgewiesen, wo sie die Natur nicht nachhaltig schädigen. Ein- und Ausstiegsstellen werden definiert und gefährliche Befahrungsstellen ausgeschlossen. Fischtreppen sind nur für die Fische da. Schlauchbote, Gruppenfahrten von mehr als acht Booten und gewerbliche Bootsbetriebe wird das Befahren der innerstädtischen Isar generell untersagt.

Um den Vorgaben der Naturschutzbehörden gerecht zu werden und das Haftungsrisiko für die Stadt zu minimieren, muss zunächst ein Beschilderungskonzept entworfen werden. Das Referat für Gesundheit und Umwelt (RGU) geht von derzeitigen Kosten in Höhe von 150.000 Euro aus. Zwischen der südlichen und nördlichen Stadtgrenze müssten an der Isar ungefähr 530 Schilder installiert werden. Abgebildet werden sollen beispielsweise Wegweiser, Verkehrsführungszeichen, Verbots- und Gefahrenschilder sowie Informationsschilder. Nach Erarbeitung des Beschilderungskonzepts und er erneuten Beteiligung der Naturschutzbehörden wird das RGU, auf Grundlage dieses Eckdatenbeschlusses, dem Stadtrat den Entwurf des neuen Verordnungstextes zur Abstimmung vorlegen.

„Der Sommer kommt und die Isarufer füllen sich mit Menschen, die ihren Stadtfluss und die Auen aktiv nutzen wollen. Schön, dass das nach der Renaturierung wieder möglich ist. Deshalb wird es Zeit für eine Erweiterung der Nutzungsrechte. Die Badegäste dürfen nach unserem Beschluss legal an vielen Stellen baden und die Kajakfahrer dürfen weiter paddeln als bisher. Da wir uns jedoch im FFH-Gebiet befinden, müssen die verschiedenen Interessensgruppen zum Wohl der Natur Einschränkungen hinnehmen. An Fischtreppen darf beispielsweise nicht gebadet oder gepaddelt werden, das würde die Fischpopulation zu sehr beeinträchtigen. Bevor die neuen Regelungen in Kraft treten, müssen wir zur Klarheit die neuen Schilder aufstellen sowie Ein- und Ausstiegsstellen befestigen. Wir bitten die Leute schon heute, sich an die Vorgaben zu halten, damit der Erholungsraum Isar für alle nutzbar bleibt“, so Stadtrat Manuel Pretzl, stellvertretender Fraktionsvorsitzender und umweltpolitischer Sprecher der CSU-Fraktion.

Manuel Pretzl
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