Rathaus-CSU befürwortet Untersuchung historisch belasteter Straßennamen

Dr. Alexander Dietrich
Dr. Alexander Dietrich

Immer wieder diskutiert die Öffentlichkeit über historisch belastete Straßennamen. Auch in München existieren noch ein paar Straßen, deren Namen einen nationalsozialistischen oder patriotisch-nationalistischen Bezug haben. Die Stadträte haben heute die Erstellung einer fachlichen Expertise in Auftrag gegeben, wie man mit solchen Straßennamen umgeht.

Seit 2007 wurden aus diesem Grund fünf Straßen in München umbenannt, z.B. der Leonhard-Moll-Bogen oder die Meiserstraße. Weitere problematische Straßennamen sind schon bekannt: Hilblestraße, Kißkaltplatz, Georg-Freundorfer-Platz und Alois-Wunder-Staße. Der Stadtrat möchte eine fundierte historische Untersuchung, welche Namen kritisch sind. Anschließend soll eine Kategorisierung erfolgen, ob Entnennungen zwingend, denkbar oder notwendig erscheinen, sowie die Erarbeitung von Korrekturvorschlägen. Bis 2017 stehen für die Expertise 56.520 Euro zur Verfügung.

„Wir sind alle keine Historiker und tun uns schwer, nur auf Empfehlung der Verwaltung oder nach Internetrecherche über Umbenennungen von Straßennamen zu entscheiden. Denn für die Anwohner bedeutet eine Umbenennung erst einmal Umgewöhnung und Behördengänge. Außerdem wollen wir uns auf wissenschaftlich fundierter Grundlage mit der Erinnerungskultur in Bezug auf die nationalsozialistische Vergangenheit Münchens auseinandersetzen. Deshalb macht die Untersuchung absolut Sinn“, so Stadtrat Dr. Alexander Dietrich, Sprecher der CSU-Fraktion im Verwaltungs- und Personalausschuss.

Bis in die 1950er Jahre wurden rund 200 Straßennamen entnazifiziert, allerdings fielen manche durch das zu weitmaschige Raster. Neue Fehlbenennungen sind jedoch sehr unwahrscheinlich, da sich das aktuelle System der stufenweisen Prüfung durch den GeodatenService München bewährt habe, so die Verwaltung. Alternativen für neue Straßennamen wären ausreichend vorhanden: Auf der Vorschlagliste stehen bis dato ungefähr 950 verstorbene Persönlichkeiten, die einen Münchenbezug haben oder international bedeutend waren. Ziel ist es, mehr Frauen mit Straßenbenennungen zu ehren, da sie noch ziemlich unterrepräsentiert sind.

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