Anfrage: Paul-Heyse-Unterführung, die Sechste, wie geht es mit dem Schandfleck weiter? Warum nur halbe Sachen?

Richard Quaas
Richard Quaas

In den Medien ist jüngst zu lesen, dass sich der Oberbürgermeister der Angelegenheit Paul-Heyse-Unterführung selbst angenommen habe, um endlich eine Lösung zwischen Deutscher Bahn und Stadtverwaltung zu erreichen.
Da steht nun geschrieben, dass sich die Bahn zu ihrer Verantwortung zu den Wänden der Unterführung bekennt, einräumt, dass auch die Decke dazu gehört und die Stadt sich für die Beleuchtung, zusätzlich zum Fahrbahn- und Gehsteigbelag als zuständig bezeichnet. Das ist nach Jahren des Nichtstuns und dem Hin- und Herschieben der Verantwortung in der Tat ein Fortschritt, dem dann aber auch schnell Taten folgen sollten.
Leider geht aus den Meldungen auch hervor, dass sowohl Stadt, als auch Bahn, nur an eine Teilsanierung denken. So will die Stadt die Beleuchtung deutlich heller machen und technisch verbessern und die DB AG die Fließenwände instand setzen, bzw. ausbessern. Man könnte sagen, besser als nichts, aber, das ist viel zu kurz gesprungen. Die Paul-Heyse-Unterführung braucht eine Sanierung aus einem Guss und dabei sollte auch daran gedacht werden, die finsteren Stahlträger an der Decke mit hellen Materialien zu verkleiden, die Wände hell und einheitlich zu gestalten und das Beleuchtungskonzept in die Verkleidungen zu integrieren. Man muss nur mal nach Österreich oder die Schweiz schauen, um zu sehen, wie man solche Bahnunterführungen aus dem ausgehenden 19. Jahrhundert so verbessert, dass ein völlig neuer Raumeindruck entsteht, die hellen, glatten Wände und Decken maschinenreinigbar werden und ein integriertes Lichtsystem auch unter Sicherheitsaspekten einen weiteren Fortschritt bringen.
Aber, was jetzt offenbar geplant ist, ist, so typisch für München, weder „Fisch“ noch „Fleisch“, sondern eine ungare, halbe Lösung!

Ich frage deshalb den Oberbürgermeister:

1. Ist es richtig, was in den Medien dieser Tage zu lesen ist, dass es zwischen Bahn und Stadt nunmehr endlich, nach weit über einem Jahrzehnt der Diskussion, eine Vereinbarung über Verbesserungen der Optik in der Paul-Heyse-Unterführung gibt?
2. Wenn ja, welchen Inhalts?
3. Stimmt es, wie in den Medien wiedergegeben, dass die Bahn nur die stark schadhafte alte Fließenwand ausbessern möchte und die Stadt bereit ist, eine hellere Beleuchtung einzubauen, die hässliche und dunkle Decke und die Mittelkonstruktion mit den offenen und durch Taubenkot verdreckten Stahlträgern dagegen aber bleiben soll?
4. Wenn ja, warum wird bei der Sanierung jetzt nur wieder eine halbe Sache gemacht, anstatt die Wände und die Decke einheitlich mit glattem, hellem Material zu verkleiden, das maschinell zu reinigen ist und ein möglichst integriertes modernes LED-basiertes Beleuchtungskonzept aufnehmen kann?
5. Ist es nach Ansicht des Oberbürgermeisters nicht auch ein Vorzug, zumindest auch zusätzlich gefühlter Sicherheit, wenn sich so eine alte, schmuddelige Unterführung, in eine hell illuminierte, gut einsehbare Passage wandelt?
6. Gibt es nach Ansicht des Oberbürgermeisters noch eine reale Chance, die Unterführung in den nächsten 2-3 Jahren grundlegend, wie schon oben beschrieben, zu modernisieren oder muss hier wieder gewartet werden, bis die Bahn der Meinung ist, dass das Bauwerk seine technische Nutzungszeit endgültig – wie bei der Lindwurmstraße mit der Notabstützung – überschritten hat und irgendwann in der 2. Hälfte des Jahrhunderts nach 150 – 200 Nutzungsjahren endlich völlig neu gebaut werden muss, was die jetzt lebende Generation auch nicht mehr erleben wird?

Richard Quaas
Richard Quaas
Prof. Dr. med Hans Theiss
Prof. Dr. med Hans Theiss

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