Antrag: Sicherheitsoffensive für München (1): Vermeidung/Beseitigung von „Angsträumen“

Sicherheitsoffensive für München © rcfotostock / Fotolia
Sicherheitsoffensive für München
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Der Stadtrat möge beschließen:
1. Die Stadt erfasst gezielt die sog. Angsträume im öffentlichen Raum der Stadt, d. s. Orte, die schwer einsehbar oder schlecht beleuchtet, verwahrlost und gleichzeitig schwach frequentiert sind. Die Erfassung erfolgt gezielt anhand von vordefinierten Kriterien, wie beispielsweise

  • fehlende Blickbeziehungen, z.B. in verwinkelten Unterführungen;
  • nicht einsehbare Funktionsbereiche, z.B. zurückgesetzte Eingänge
  • Versteckmöglichkeiten für potentielle Täter;
  • mangelhafte Beleuchtung bzw. mangelhafte Grundhelligkeit, Dunkelzonen im direkten Umfeld;
  • fehlende Erdgeschossnutzungen;
  • verwahrloste oder vandalisierte Anlagen in der Umgebung.

2. Die Stadt entwickelt ein umfassendes Handlungskonzept, wie diese Angsträume durch bauliche und präventive Veränderungen beseitigt werden können. Dabei sind insbesondere folgende Maßnahmen in die Überlegungen einzubeziehen:

a) offensive Beleuchtung;
b) künstlerische Maßnahmen zum Zwecke der „Aufhellung“;
c) Videoüberwachung;
d) sichtbare Präsenz oder zumindest Patrouillen von Sicherheitskräften, sprich: kommunaler Ordnungsdienst bzw. U-Bahnwache;
e) bauliche Veränderungen zur besseren Einsehbarkeit.

3. Das Referat für Stadtplanung und Bauordnung bezieht die Sicherheit, konkret: den Aspekt der Vermeidung baulicher Tatgelegenheitsstrukturen (Angsträume) künftig als eigenen Prüfungspunkt/Abwägungsbelang in die Bebauungsplanung mit ein. Dabei werden Belange wie

  • die Belebung von Orten;
  • Übersichtlichkeit und Einsehbarkeit öffentlicher Räume;
  • Blickbeziehungen mit guten Orientierungsmöglichkeiten;
  • Vermeidung von Versteckmöglichkeiten;
  • Verantwortlichkeit der Bewohnereinbezogen. Auch Art und Maß der Nutzung werden zusätzlich unter Sicherheitsgesichtspunkten beurteilt.

Begründung:
Sicherheit ist Lebensqualität! Damit ist es unvereinbar, wenn die Menschen bestimmte Orte und Wege in der Stadt meiden, weil sie sie als unsicher empfinden.

Bekanntermaßen wird Kriminalitätsangst wesentlich von der Qualität des öffentlichen Raumes mitbestimmt. Die Vermeidung von Angsträumen durch präventive und gestalterische Maßnahmen ist dabei ein wichtiger Aspekt.

Es muss eine städtische Kernaufgabe sein, längerfristig Bau(leit-)planung, konstruktive-technische Vorkehrungen und Sicherheitsaspekte zusammenzubringen. Planungspolitik ist auch Sicherheitspolitik!

Manuel Pretzl
Manuel Pretzl
Michael Kuffer
Michael Kuffer

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