Antrag: Prüfung und Freihaltung von Flächen für eine Ringbahn

Der Stadtrat möge beschließen:
Es wird die Realisierbarkeit einer Ringbahn entlang bestehender Bahntrassen und Straßen geprüft und mögliche Flächen hierfür freigehalten.

Begründung:


Für die Metropolregion München wird in den kommenden Jahrzehnten ein weiterer deutlicher Bevölkerungszuwachs erwartet. Auch nach Fertigstellung der 2. S-Bahn-Stammstrecke wird die Verkehrsinfrastruktur der Region an die Grenzen ihrer Belastbarkeit kommen. Daher muss der Blick für die nächsten Jahrzehnte auch auf weitere verkehrstechnische Erschließungen gerichtet werden, um dem Bevölkerungswachstum und der wirtschaftlichen Entwicklung in München gerecht zu werden. Eine Ringbahn für den Schienenpersonennahverkehr auf dem Münchner Stadtgebiet könnte zahlreiche Vorteile bringen: Sie würde auf Tangentialverbindungen kurze Fahrzeiten ermöglichen und damit sowohl die sternförmigen Netze von U-Bahn, S-Bahn und Tram sowie den Straßenverkehr entlasten, allen voran den Mittleren Ring. Beim Trassenverlauf einer Ringbahn sollten folgende Ziele erreicht werden:
1. Minimaler Eingriff in das Stadtgebiet durch Ausbau vorhandener Infrastrukturen
2. Umsteigemöglichkeiten zum vorhandenen Schienennahverkehr an allen Stationen
3. Erschließung großer Fahrgastpotenziale an den Stationen heute und in Zukunft
4. Dienlichkeit der Ringbahn für den Stadt-Umland-Verkehr
5. Vereinbarkeit mit einer Flughafenanbindung für den Fernverkehr

Für die Erreichung dieser Ziele bietet sich folgender Trassenverlauf an:

1. Ausbau des Münchner Nordrings für den S-Bahn-Verkehr mit Umsteigemöglichkeiten zur U2, Tram 23 und U6
2. Nutzung des Abschnittes der S8 zwischen Johanneskirchen und Ostbahnhof über Englschalking, Daglfing und Leuchtenbergring
3. Ausbau des Münchner Südrings für den S-Bahn-Verkehr mit Errichtung der oberirdischen Stationen Kolumbusplatz mit Umsteigemöglichkeit zur U1 und U2, Poccistraße für Umsteigemöglichkeiten zur U3 und U6, Nutzung der S-Bahn-Station Heimeranplatz mit Umsteigemöglichkeit zur U4 und U5
4. Ringschluss vom Heimeranplatz zum Nordring

Die Ringbahn wäre eine schnelle, leistungsfähige und attraktive Alternative zum Straßenverkehr und könnte zukünftiges Verkehrswachstum auf die Schiene lenken und zur Vermeidung von Staus beitragen. Im Falle von Störungen bietet die Ringbahn zusätzliche Ausweichoptionen und erhöht so die Zuverlässigkeit des Nahverkehrs. Entlang der vorhandenen Trassen des Schienenverkehrs im Münchner Stadtgebiet sollten die Flächen für einen möglichen Ausbau freigehalten werden. Insbesondere für den Streckenverlauf im Westen vom S-Bahn-Halt Heimeranplatz zum Nordring, wo es noch keine direkte Bahnverbindung gibt, sollten verschiedene Varianten geprüft werden. Die Realisierung des Straßentunnels an der Landshuter Allee und die Verlängerung der U5 nach Pasing dürfen hier keinesfalls verzögert werden. Eine Ringbahn soll zudem vereinbar sein mit einer Anbindung des Flughafens für den Fernbahnverkehr.

Johann Sauerer
Walter Zöller
Richard Quaas
Prof. Dr. med Hans Theiss

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