Mobilfunkaktivierte Laienreanimation: München entwickelt Lebensretter-App

Prof. Dr. med Hans Theiss

Nach äußerst positiven Erfahrungen in anderen Städten startet München eine mehrstufige Offensive zur mobilfunkaktivierten Laienreanimation. Diese Maßnahme geht zurück auf einen CSU-Antrag vom 26.06.2015.

Beim plötzlichen Herz-Kreislauf-Stillstand zählt jede Minute. In den acht bis neuen Minuten bis der Rettungsdienst eintrifft, müsste am Besten sofort die Reanimation eingeleitet werden. Mit dem Einsatz von First Respondern der Münchner Berufsfeuerwehr wurde die Zeit bis zur ersten Maßnahme deutlich verkürzt, aber in 50 % der Notrufe erreichen Rettungsdienst oder First Responder die bewusstlosen Menschen erst nach fünf Minuten. In Deutschland liegt die Bereitschaft zur Laienreanimation bei niedrigen 31 %, trotz der eingeführten telefonischen Anleitung durch die Leitstellen.

Das Referat für Gesundheit und Umwelt hat mit dem Rettungszweckverband eine Arbeitsgruppe eingerichtet und sich gemeinsam mit allen Rettungsdienstverantwortlichen in München Gedanken zur Steigerung der Laienreanimationsraten mittels Mobilfunkaktivierung gemacht. Wie soll das funktionieren? Die registrierten Helferinnen und Helfer werden über eine App benachrichtigt, wenn ganz in ihrer Nähe ein entsprechender Notfall gemeldet wird, damit sie die Zeit bis zum eintreffen des Notarztes überbrücken können. Kann diese Person nicht reagieren oder antwortet in kurzer Zeit nicht, wird die Anfrage weitergeleitet. In der ersten Entwicklungsstufe registrieren sich hauptberuflich Beschäftigte der Rettungsdienste als ehrenamtliche Ersthelferinnen und Ersthelfer. Im zweiten Schritt kommen medizinisches Personal und betriebliche Ersthelferinnen und Ersthelfer sowie später tatsächliche Laien zum Einsatz. Läuft es gut, werden zwei Personen gleichzeitig angeschrieben. Der Verein Arbeitskreis Noftfallmedizin und Rettungswesen an der LMU e.V. entwickelt für die Stadt ein Modell, betreut die Ehrenamtlichen und kümmert sich um die adäquate Versicherung. Das Kriseninterventionsteam des Arbeiter Samariter Bundes übernimmt die psychosoziale Notfallversorgung der Ehrenamtlichen.

„Mobilfunkaktivierte Laienreanimation ist ein sperriger Begriff, hinter dem sich lebensrettende Maßnahmen verbergen. In vielen Fällen sind medizinisch geschulte Personen ganz in der Nähe vom Notfallgeschehen, ohne es zu wissen. Sind sie als ehrenamtlicher Einsatzhelfer registriert, können sie über die App sofort zum Einsatzort geschickt werden. Durch jede Minute, die früher reanimiert wird, steigt die Chance auf eine erfolgreiche Wiederbelebung enorm an. Außerdem soll den medizinischen Laien die Scheu vor Wiederbelebungsmaßnahmen genommen werden. München übernimmt mit diesem Projekt eine Vorreiterrolle in Hinblick auf Steigerung der Laienreanimationsraten. Wer die Reaktionsintervalle verkürzt, rettet Leben“, so Stadtrat Prof. Dr. Hans Theiss, gesundheitspolitischer Sprecher der CSU-Fraktion.

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