Stadt bekämpft Zweckentfremdung: Neue Meldeplattform geht im Januar 2018 online

Marian Offman

Zweckentfremdung von Wohnraum ist kein Kavaliersdelikt. München macht ernst und richtet gemäß dem Auftrag von CSU und SPD eine online Meldeplattform ein. Der Sozialausschuss hat zudem die Begleitung durch eine Informationskampagne genehmigt.

München, Berlin, Amsterdam, Barcelona, New York – all diese Großstädte beklagen die massive Zweckentfremdung ihres knappen Wohnraums und der damit verbundenen Eingrenzung des Mietmarktes. Meist werden Apartments an Touristen vermietet, in München oft speziell an sog. Medizintouristen. Wohngegenden wie der Arabellapark leiden außerdem unter dem Lärm der ständig wechselnden Mieter.

Im Amt für Wohnen und Migration kümmern sich Mitarbeitende um Meldungen von Zweckentfremdungen. Wöchentlich gehen ca. 10 bis 15 Anzeigen ein, die oftmals Ortsbesichtigungen und weitergehende Recherchen nach sich ziehen. Zusätzlich zur Meldemöglichkeit per Telefon und E-Mail wird eine Internet-Meldeplattform mit Informationen zur Thematik und einem Online-Meldeformular im Januar 2018 online gehen. Die Verwaltung erwartet einen Anstieg von qualitativ hochwertigen Anzeigen, da die Wahrung der Anonymität zur Senkung der Anzeige-Hemmschwelle beiträgt. Diese Anzeigen werden zusammen mit den seit 1972 auf Karteikarten gesammelten Fällen in eine Datenbank übertragen. Die Mitarbeitenden im Büro und im Außendienst profitieren von der Digitalisierung, was sich auf die Schnelligkeit der Bearbeitung positiv auswirken wird. „Wir installieren die Meldeplattform nicht, weil wir mehr Bußgeld einnehmen wollen. München braucht jede Wohnung für ihre Einwohnerschaft – Touristen finden bei uns hingegen eine hervorragende Hotelinfrastruktur vor. Unser erklärtes Ziel ist es deshalb, wirksam gegen die Zweckentfremdung vorzugehen. Dabei sind wir auf die Hilfe der Münchnerinnen und Münchner angewiesen. Wir appellieren an alle: Melden Sie uns diese Fälle!“, sagt Stadtrat Marian Offman, Sprecher der CSU-Fraktion im Sozialausschuss.

Eine crossmediale Informationskampagne mit einer wiedererkennbaren Wort-Bild-Marke soll die Öffentlichkeit sensibilisieren und auf die Meldeplattform hinweisen. Zudem findet eine Kooperation und Vernetzung mit Tourismusamt, Kliniken, Vereinen und Verbänden statt.

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