Nein heißt Nein: München bekämpft aktiv Gewalt gegenüber Frauen

Mit der Vorlage „Nein heißt Nein“ fasst das Sozialreferat alle bisherigen und geplanten Maßnahmen betreffend Gewalt gegenüber Frauen zusammen. Der Münchner Stadtrat stockt die Finanzmittel auf, um bestehende Organisationen zu unterstützen und neue Kampagnen zu ermöglichen. Die CSU-Stadtratsfraktion positioniert sich mit dem Antrag „München sagt Stopp – München sagt der Zwangs- und Armutsprostitution den Kampf an“ klar für die Rechte der Frauen.

Die Medien berichten vermehrt zu Übergriffen gegenüber Frauen. Die Opferzahlen steigen wohl, aber insgesamt ist nicht erst seit der Verschärfung des deutschen Sexualstrafrechts eine

Beatrix Burkhardt

erhöhte Aufmerksamkeit und Anzeigebereitschaft der Bevölkerung zu beobachten. München tut seit Jahren viel für Aufklärung, Prävention und Hilfe für Opfer von alltäglicher Gewalt bis hin zur Zwangsprostitution. In einem Bericht fasst das Sozialreferat seine Tätigkeiten zusammen und beschreitet neue Wege. Stadträtin Beatrix Burkhardt, Sprecherin der CSU-Fraktion im Kinder- und Jugendhilfeausschuss, wirbt für die städtischen Projekte: „Wir wollen unsere Angebote zur Gewaltprävention und Opferhilfe bekannter machen. Es soll sich ein gewisser Automatismus einstellen: Die Opfer von Gewalt oder sexuellen Übergriffen sollen wissen, wohin sie sich wenden können. Niemand muss sich verstecken, die Hilfsangebote sind sehr vielfältig.“

Im Bereich „Alltägliche Gewalt, Übergriffe und sexuelle Gewalt in München – im Nachtleben und speziell zur Wiesn“ werden die Arbeit von Streetworkern, der Anlaufstelle „Sichere Wiesn“, das Projekt „Wiesngentlemen“ und viele weitere Projekte vorgestellt. Mit der neuen Kampagne „Nein heißt Nein“ werden Türsteher und Clubbetreiber Schulungen zu Interventions- und Gewaltpräventionsmöglichkeiten erhalten. Durch gezielte Öffentlichkeitsarbeit und Sensibilisierung zum Thema „Sexismus“ soll es zu weniger Übergriffen im Nachtleben kommen. Die teilnehmenden Clubs erhalten ein Logo, um damit werben zu können. Zusätzlich sorgen Multiplikatoren für Aufklärungsarbeit an Schulen und im Jugendbereich. „Wir wollen die Menschen dort erreichen, wo solche Übergriffe passieren. Die neue Kampagne „Nein heißt Nein“ trägt langfristig zur Sensibilisierung der Gesellschaft beim Thema Gewalt gegenüber Frauen bei“, sagt Stadträtin Beatrix Burkhardt.

Durch einem gemeinsamen Änderungsantrag von CSU und SPD wird das Projekt „Goja“ der Inneren Mission München stärker unterstützt. „Goja leistet wertvolle Arbeit im Bereich der Jugendarbeit speziell mit Buben. Sie unterstützen Jungen, Eltern und Schulen mit Angeboten zur Geschlechtersensibilisierung, Rollenbildauseinandersetzung oder Gewaltprävention. Da körperliche Gewalt gegenüber Frauen meist von Männern ausgeht, kann man bei Jungs nicht früh genug mit der Aufklärungsarbeit anfragen. Ein präventiver Ansatz, der Schule machen sollte“, so Stadträtin Beatrix Burkhardt.

Mit dem Antrag „München sagt Stopp – München sagt der Zwangs- und Armutsprostitution den Kampf an“ setzt sich die CSU-Fraktion für die Rechte der zur Prostitution gezwungenen Frauen und Männer ein. Von Zwangs- und Armutsprostitution sind vor allem Flüchtlinge und Frauen armen EU-Länder betroffen. Nach Stuttgarter Vorbild könnten Sozialarbeiter potentielle Freier

Ulrike Grimm

an einschlägigen Orten aufklären und sie zu Meldungen von möglicher Zwangsprostitution auffordern. Dieser Ansatz wird in München noch nicht verfolgt, da die Behörden zunächst die Umsetzung des neuen Prostitutionsschutzgesetzes abwarten möchten. Demnach sind Prostituierte verpflichtet, sich beim Kreisverwaltungsreferat anzumelden. „Dieses Thema muss in die Öffentlichkeit. Männer müssen sich bewusst werden, dass diese Frauen ausgebeutet werden. Nur durch Aufklärungsarbeit kann ein Bewusstseinswandel stattfinden. Gleichzeitig wollen wir diese armen Frauen unterstützen. Prostitution darf nicht der einzige Ausweg aus finanziellen Nöten sein. Wichtig ist: München darf nicht wegschauen“, so Stadträtin Ulrike Grimm, Bezirksvorsitzende der Frauen Union München.

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